Reiten

Nagolderin holt den Vizemeistertitel

von Noureddine Guimouza

Nagold - Beim großen Europa-Turnier im Westernreiten gingen mehr als 1500 Pferde und Pferdehalter an den Start. Die Nagolderin Tanja Klink schaffte es aufs Siegertreppchen.

"Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde", lautet ein Sprichwort, welches die Teilnehmer der diesjährigen Westernriding-EM im bayerischen Kreuth mit Herzenseifer leben. Angelehnt an die Arbeitsweise von klassischen amerikanischen Cowboys werden hier verschiedene Qualitäten der Pferdehaltung auf den Prüfstand gestellt. Bei der von der American Paint Horse Association (APHA) organisierten Veranstaltung handelt es sich um die zweitgrößte Veranstaltung ihrer Art weltweit.

Mehr als 1500 Teilnehmer gingen hier in den verschiedensten Disziplinen an den Start. Unter ihnen auch die 36-jährige Hundefriseurin Tanja Klink. Spezialisiert auf die Disziplinen "Showmanship" und "Trail" konnte sie sich gegen zahlreiche Konkurrenten durchsetzen und den zweiten Platz erkämpfen. Dabei ging es darum, der Jury den fachmännischen Umgang mit dem Tier zu zeigen. Angefangen von der Führung bis hin zum Ablaufen komplizierter Laufmuster wurde ihr dabei alles abverlangt.

Ein Pferd reagiert empfindlich auf Signale

Klink reitet bereits seit ihrem fünften Lebensjahr und hat eine ganz besondere Bindung zu Tieren. Die Nagolderin zeigte bereits in der Turniervorbereitung großen Einsatz und wurde für diesen belohnt.

Die Silbermedaille der diesjährigen EM ist nicht Klinks erster Titel. Bereits im Jahr 2016 brachte sie es zur Landesmeisterin und konnte auch auf der deutschen Meisterschaft zahlreiche Bronze-Medaillen einheimsen.

"Ein Pferd reagiert dabei auf die kleinsten Signale, die vom Reiter ausgehen.", erzählt die Profi-Reiterin. Nicht nur das Führen der Zügel, sondern auch das Ausüben von Druck mit den Knien oder die eigene Körperspannung sagen dem Pferd, was es tun soll. "Als wir fertig waren und ich erleichtert ausgeatmet habe, ging auch bei meiner Stute die Körperspannung und Konzentration flöten. Als dann der Applaus auf uns eindonnerte, bekam es doch ein wenig Angst."

Regelmäßiges Training ist das Erfolgsgeheimnis

Tierärztin und Hufschmied statten der Stute regelmäßige Visiten ab, um ein rundum glückliches Pferd zu gewährleisten. Klink kommen beinah die Tränen, als sie an das Jahr 2016 zurückdenkt, in dem ihre 14-jährige Paint Horse-Stute eine Fußverletzung davon trug. Bei Pferden kommt ein verletzter Fuß oft einem Todesurteil gleich und laut der damals operierenden Ärzte war die Überlebenschance alles andere als hoch. Zudem verletzte sich das Pferd abermals, als es im Zuge der Operation mit einem Lastenzug emporgehoben wurde. Daher mussten Klink und Pferd für anderthalb Jahre pausieren, ehe wieder an sportliche Leistungen zu denken war. Das tägliche Pensum wurde dabei vorsichtig im Minutentakt erhöht, bis "Gimmie-a-Sensation" wieder seine volle Leistungsfähigkeit zurück gewinnen konnte. "Gerade das Training über die Wintermonate verlangt Disziplin. Aber besser, man wagt sich bei kalten Temperaturen kurz raus, als im Frühjahr festzustellen, dass man den Winter über eingerostet ist", berichtet Klink.