Region

Wolfsfreunde helfen Schäfern beim Herdenschutz

von (nk)

Region - "Der Wolf ist jetzt da und wir müssen mit ihm umgehen“, meint Diana Dengler pragmatisch. Dengler engagiert sich bei Wiki Wolves: Einer deutschlandweiten Organisation, die sich laut eigener Beschreibung zwar darüber freut, dass der Wolf zurück ist, andererseits aber Nutztierhalter beim Herdenschutz unterstützen will.

Dengler will sich nicht als Wolfsfanatikerin verstanden wissen. "Das ist natürlich falsch“, sagt die Schwarzwald-Gebietsleiterin von Wiki Wolves. Warum sie sich in der Organisation engagiert? "Ich befasse mich schon viele Jahre mit dem Wolf“, erklärt die zweifache Mutter im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Sie sei Hundetrainerin gewesen und interessiere sich einfach für das Tier und sein Sozialverhalten. Von "Wolfsromantik“ hält Dengler wenig. 

"Der Wolf ist nicht erst seit gestern da"

"Man hat die Situation vielleicht ein bisschen unterschätzt. Der Wolf ist ja nicht erst seit gestern da“, sagt sie. Es gehe jetzt darum, den Landwirten und Nutztierhaltern zu helfen.

Dafür ist Dengler bereit, viel ihrer freien Zeit zu opfern. Die Gebietsleiterin organisiert ein 15-köpfiges Team, das Schäfer und Landwirte berät und unterstützt. Dengler selbst ist mehrmals die Woche im Einsatz: Sie sieht nachts bei den Herden nach dem Rechten, hilft beim Zaun umstecken und mehr. "Natürlich nur, wenn das vom Schäfer gewünscht wird“, erklärt Dengler. "Ich helfe nicht dem Wolf, sondern den Landwirten und Nutztierhaltern“, versichert sie. Es gehe um gezielten und fachlichen Herdenschutz.

Von der Politik fordert sie, dass noch mehr auf die nun anfallende Mehrarbeit der Schäfer und Nutztierhalter eingegangen wird. "Es müssen Teams rausgeschickt werden", meint sie. Schließlich könnten sich die freiwilligen Helfer "nicht verreißen". Früher sei es darum gegangen, die Schafe vor dem Ausbrechen zu schützen. Heute gehe es eben darum, sie nach außen hin zu schützen. Wiki Wolves kooperiert laut Dengler mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt sowie dem Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach.