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Sturmtief "Burglind" erreicht Schwarzwald

von (sb/dpa)

Region - Wegen des Tiefs "Burglind" peitschen orkanartige Böen über viele Teile Deutschlands. Am Morgen erreichte der Sturm auch Baden-Württemberg. Bereits zuvor hatte es amtliche Unwetterwarnungen gegeben. In den Landkreisen Rottweil, Freudenstadt und Tuttlingen, dem Zollernalbkreis und im Schwarzwald-Baar-Kreis wurde alleine die Polizei zu über 150 Einsätzen gerufen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. "Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um", sagte  Robert Hausen, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst, in der Nacht zum Mittwoch. Vor allem in Wäldern solle man sich am Mittwoch lieber nicht aufhalten.

An verschiedenen Stellen im Nordschwarzwald besteht Gefahr durch umgestürzte Bäume. Wegen Aufräumarbeiten sind zahlreiche Straßen teilweise in beiden Richtungen gesperrt. Eine Frau prallte mit ihrem Auto in Bad Herrenalb (Kreis Calw) gegen einen umgefallenen Baum, der auf der Straße lag. Sie erlitt einen Schock. Von weiteren Verletzten war zunächst nichts bekannt. Auch zu Schäden an Gebäuden gab es am Morgen noch keine Erkenntnisse.

In Neuhengstett im Kreis Calw hat es das Dach der Festhalle abgedeckt. Verletzt wurde niemand.

Auf der B 296 bei Calmbach fielen mehrere Bäume um, die Feuerwehr war im Einsatz.

Verkehrsbehinderungen gab es auch auf der K 4552 bei Neuenbürg zwischen dem Eyachtal und Schwann.

Auf der B 33 zwischen St. Georgen und Nußbach blockierte am Mittwochmorgen ein umgestürzter Baum die Fahrbahn. Bäume blockierten im Schwarzwald-Baar-Kreis auch Bahnstrecken, weshalb es zu Zugausfällen kommt. In der Nähe von Marbach bei Villingen-Schwenningen engleiste ein Hilfszug der Deutschen Bahn. Der Zug, der bei Betriebsstörungen eingesetzt wird und Schäden an den Gleisen beseitigen soll, fuhr gegen einen umgestürzten Baum.

Zwischen Titisee-Neustadt und Seebrugg wurde der Zugverkehr vorsorglich eingestellt. In Triberg-Gremmelsbach ist ein Baum auf eine Oberleitung gestürzt und hat einen Zug gestoppt. Verletzt wurde niemand.

Die Schwarzwaldbahn zwischen Immendingen und Hausach ist komplett gesperrt.

Auch im Kreis Freudenstadt kommt es zu Behinderungen im Zugverkehr. Zwischen Schopfloch und Eutingen im Gäu blockiert ein umgestürzter Baum die Schienen. Ein Ersatzverkehr wird eingerichtet.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Kreisen Karlsruhe und Calw. Ein umgestürzter Baum hat die Strecke zwischen Marxzell und Fischweiher lahmgelegt. Zwischen den Haltestellen Busenbach und Bad Herrenalb ist ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Im Nationalpark Schwarzwald wurden aufgrund des Sturms die Loipen gesperrt.

Aufgrund des starken Sturmes wurde in Schramberg die Zufahrtsstraße zur Villa Junghans sowie alle Fußwege durch den Park der Zeiten gesperrt. Die Sperrung wird mit Nachlassen des Sturms voraussichtlich gegen Abend wieder aufgehoben.

Mehrere umgestürzte Bäume haben die Durchfahrtsstraße Alte Steige - Sulgen blockiert. Die Straße musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Allerdings ist eine Zufahrt bis zur Einbiegung "Auf dem Heideckle" möglich. Anliegern der Alten Steige ist die Zufahrt zu ihren Gebäuden weiterhin freigegeben. Aus Sicherheitsgründen können die umgestürzten Bäume erst mit nachlassendem Sturm weggeräumt werden. Erst danach wird die Strecke wieder freigegeben.

In der Kaiserstraße in Rottweil wurde ein Fußgängerin von einem Auto gestreift. Ein Passat-Fahrer war von einem herunterstürzenden Ast abgelenkt worden und übersah so eine Fußgängerin, die gerade im Begriff war, die Straße zu überqueren. Glücklicherweise war der Autofahrer aufgrund des stürmischen Wetters nur langsam unterwegs, so dass die Fußgängerin nur leicht verletzt wurde.

In VS-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis), in Oberndorf und in Dornhan-Marschalkenzimmern (beides Kreis Rottweil) erfassten Windböen je ein Gartentrampolin und wehten diese auf die angrenzenden Straßen. In Schwenningen wurden hierbei zwei geparkte Autos von dem umgeworfenen Trampolin beschädigt.

Der Zollernalbkreis kam hingegen mit einem blauen Auge davon. Auf Nachfrage beim Polizeipräsidium Tuttlingen zu erfahren, dass es im gesamten Zollernalbkreis bislang keine größeren materiellen Schäden und auch keine Verletzten gab.

Es seien zwar einige Bäume auf Straßen gestürzt, die Behinderungen konnten aber durch die Feuerwehren schnell behoben werden, sagte Michael Aschenbrenner.

In den Hochlagen des Schwarzwalds wird noch bis Mittwochnachmittag vor orkanartigen Böen bis zu 120 km/h gewarnt, in exponierten Lagen sogar bis zu 140 km/h. Außerdem muss am Mittwochvormittag mit Durchgang einer Schauer- und Gewitterlinie auch im Flachland mit orkanartigen Böen oder Orkanböen bis 120 km/h gerechnet werden. Laut DWD bestehe extreme Gefahr durch umherfliegende Gegenstände und umstürzende Bäume. Mit Verkehrsbehinderungen ist weiter zu rechnen.

Trotz aller Schäden spricht die Polizei von einem bisher glimpflichen Verlauf des Sturmtiefs "Burglind" im Bereich des Präsidiums Tuttlingen.

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