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Glyphosat: Sind hiesige Brauereien betroffen?

von (jas)

Region - In einem aktuellen Vergleich der Stiftung Warentest wurden 20 alkoholfreie Biere getestet. In 18 von 20 getesteten Malzgetränken konnten erneut "Spuren oder geringe Gehalte“ des Pflanzenschutzmittels Glyphosat nachgewiesen werden.

Krebserregend oder nicht

Derzeit wird immer noch darüber gestritten, ob das Pflanzenschutzmittel krebserregend wirkt. Bereits 2016 und 2017 konnte der Giftstoff in Flaschen und Bieren nachgewiesen werden. Wie in vielen anderen Landwirtschaftlichen Betrieben auch verwenden viele Hersteller das Pflanzenschutzmittel, um Schädlinge von der Braugerste fernzuhalten.

Über die Pflanzen ins Bier

Dabei nehmen die Pflanzen den Giftstoff auf. Bei der Weiterverarbeitung enden Rückstände und Spuren von Glyphosat dann oftmals im Bier. Innerhalb der EU wurde im November 2017 beschlossen, die Genehmigung für die Nutzung von Glyphosat um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Richtwerte in Deutschland

Wie hoch die Rückstände und Spuren des Pflanzenschutzmittels in den getesten alkoholfreien Bieren ist, lässt sich dem Artikel der Stiftung Warentest leider nicht entnehmen. Diese Rückstände dürfen jedoch nicht mehr als 0,2 Mikrogramm pro Liter betragen. In vergangenen Tests lagen die Messwerte teilweise jedoch weit über dem Richtwert. So wurden bei einem Test regulärer Biere 2016 in einem Bier knapp 30 Mikrogramm pro Liter nachgewiesen.

Das Bundesministerium für Risikobewerten entwarnt jedoch: „Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken“.

Lokale Brauereien unbesorgt

Auch lokale Hersteller haben alkoholfreie Biere im Sortiment. Johannes Meier ist Verantwortlicher im Qualitätsmanagement bei der Brauerei Alpirsbacher. Er meint die Brauereien "sind das letzte Glied in der Kette". Bevor Hopfen und Gerste bei ihnen ankommen, müssten sich Landwirte und Mälzereien an die gesetzlichen Vorgaben halten. "Dennoch überprüfen wir unsere Produkte stichprobenartig," sagt er.

Alpirsbacher

Weiter teilt er mit, dass seine Firma als mittelständisches Unternehmen, welches alle verarbeiteten Rohstoffe ausschließlich aus Deutschland beziehe, keine Probleme mit den Richtwerten bekomme. In Deutschland dürfen die Pflanzen nämlich direkt vor der Ernte nicht mehr besprüht werden. Bei Produkten, die aus dem Ausland bezogen werden, ist mehr Vorsicht geboten, dort ist dies nämlich teilweise noch erlaubt.

Hochdorfer

In ihrer Brauerei in Hochdorf seien die Proben schon immer "ohne Befund" gewesen, berichtet Katharina Haizmann. Diese werden einmal im Monat in das Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität geschickt und unter anderem auf Glyphosat geprüft. Als Reaktion werde man aber auf jeden Fall noch einmal Proben einschicken, um die Produkte speziell auf solche Rückstande testen zu lassen.

Bei der Badischen Staatsbrauerei Rothaus war bis Redaktionsschluss leider niemand zu erreichen.