Region

Erst Rekordhitze, dann Starkregen und Sturmböen

von (dpa/lsw)

Stuttgart - Ein paar Tage noch, dann könnte es in Baden-Württemberg ein wenig Erleichterung von der wochenlangen Hitze geben. Leichte Abkühlung und vielleicht ein Schauer sind nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Wochenende hin möglich. Verbunden allerdings mit dem Risiko von Gewittern. Zunächst muss am Dienstag aber noch mit Höchstwerten bis 36 Grad gerechnet werden. Nachmittags sind einzelne Gewitter im Süden des Landes möglich, punktuell auch Starkregen und Sturmböen.

Nicht nur Menschen, auch die Tier- und Pflanzenwelt könnten Abkühlung und Regen gebrauchen. Die Hitze sorgte im Nachbarland Schweiz für ein erstes größeres Fischsterben im Hochrhein. Am Wochenende wurde rund eine Tonne toter Fische eingesammelt, wie der schweizerische Fischereiverband am Montag mitteilte. Betroffen sind vor allem Äschen, die Temperaturen unter 23 Grad bevorzugen. In Stein am Rhein westlich des Bodensees war das Rheinwasser über 27 Grad warm.

Auf deutscher Seite ist die Lage noch nicht so dramatisch. Die Situation werde jeden Tag genau betrachtet, sagte eine Sprecherin des Ministeriums für Ländlichen Raum. Die Wassertemperaturen von Rhein, Neckar und Donau liegen nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) zum Teil über 26 Grad. Verschiedene Fischarten reagieren unterschiedlich empfindlich auf Wärme. Spätestens bei 28 Grad ist eine kritische Grenze erreicht. Vereinzelt sprach die Polizei von lokalem Fischsterben in kleineren Gewässern, wahrscheinlich auch durch illegale Wasserentnahme verursacht.

Umweltschutzverbände haben eine Drosselung oder Abschaltung von Kraftwerken gefordert, die mit ihrem Kühlwasser zur Erwärmung der Flüsse beitragen. Normalerweise müssen Kraftwerke ihre Leistung spätestens dann drosseln, wenn eine Wassertemperatur von 28 Grad erreicht wird. Das Energie- und Umweltministerium hatte Ende Juli aber mitgeteilt, Ausnahmegenehmigungen seien möglich.

Die Ozonkonzentration überstieg am Montagnachmittag in Weil am Rhein den von der EU festgelegten Schwellenwert von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft. Nach Messen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) stiegen die Werte in zahlreichen Orten auf mehr als 120 Mikrogramm. Wird der Schwellenwert überschritten, sollten ausdauernde körperliche Anstrengungen im Freien vermieden werden. Eine zu hohe Konzentration kann zu Atembeschwerden und Schleimhautreizungen führen. Vor allem Kinder und Asthmapatienten reagieren besonders empfindlich auf Ozon.