Rangendingen

Sechs Chöre besingen den Mond

von Klaus Stopper

Es war fast schon ein Sängerfest, was der Rangendinger Sängerbund am Samstagabend in der Festhalle bot. Zwei Gastensembles waren eingeladen, und auch die Jugendchöre des Vereins präsentierten sich. Und eine besondere Ehrung stand an.

Rangendingen. Trudi Haug wurde an diesem Abend vom Vorsitzenden Armin Glatz und seiner Stellvertreterin Martina Heck für 60 Jahre als aktive Sängerin im Chor geehrt, Günther Strobel für 30 Jahre und Edeltraud Schwenk für zehn Jahre. Warum Leute einem Chor so lange die Treue halten, wurde an diesem Abend deutlich: Singen macht einfach Spaß, das war durchweg zu hören.

Das Programm des Abends hatte den Mond als Motto. Und das setzte der Schülerchor des Vereins – 20 Mädchen – unter Leitung von Vereinsdirigent Michael Binder sehr schön um. Beeindruckend ihre Präzision bei den schnellen Textpassagen. Eine Zugabe wurde selbstverständlich erklatscht, wie bei allen Vorträgen an diesem Abend.

Schöne Idee: Dann kam der Schülerchor der Älteren dazu, "Engel" – ein in Passagen gewispertes Stück – packte das Publikum emotional. Dann gingen die Schüler von der Bühne, aber der Jugendchor "Coco" und "voice mr’s", ein auf junge, moderne Stücke orientierter Chor des Vereins, kamen dafür auf die Bühne. "Dust In The Wind" wurde als Zugabe erklatscht. Wunderbar.

Damit hatten sich die Nachwuchsensembles des Rangendinger Sängerbunds vorgestellt. Klare Feststellung: Auf diesem Gebiet leistet der Verein gute Arbeit.

Einen Kontrast mit klassischer Chorliteratur bot dann der Männerchor Schwalldorf. Das "Schifferlied" von Silcher, oder das "Avemaria der Berge" waren Lieder, die stark auf emotionale Bilder setzten.

In der Pause wurde traditionell bewirtet, und die vielen Zuhörer nutzen gern die Gelegenheit, sich mit den Musikern zu unterhalten.

Nach der Pause ging es dann ebenfalls mit klassischer Chormusik weiter. Der Männergesangverein Owingen, mit dem die Rangendinger eine lange Freundschaft pflegen, bot einen eigenen Stilmix. "Männer mag man eben" hat einen lustigen Text, bei "Barbara Ann" zeigte Dirigentin Patrizia Lormes-Schreijäg – die einzige Frau in diesem reinen Männerensemble –, dass sie auch toll solo singen kann. Nach einem weiteren Auftritt des Männergesangvereins Schwalldorf kam dann mit dem Auftritt des Gemischten Chors des Sängerbunds sicher so etwas wie der Höhepunkt des Abends.

Über 50 Sänger, durch die Frauenstimmen zudem sehr flexibel in der Gestaltung unterschiedlicher Stimmungen, und mit einem Programm, das durchaus auch in Richtung Pop geht, schafften sie es, das Publikum restlos zu begeistern. Schöne Textstücke wie "scheint der Mont durchs Fenster", Pop-Hits wie "Mama Loo" von den Les Humphries Singers, und das Stück "EiEiEi" mit einem überraschenden Sänger-Solo – da blieben keine Wünsche offen.

Das Konzert ging dann mit der inoffiziellen Schwaben-Hymne "Mir im Süden" langsam zu Ende, natürlich war auch hier eine Zugabe fällig, bevor dann noch Tische aufgestellt wurden, damit die Gäste noch gemütlich in froher Runde zusammenbleiben konnten. Ein schöner Chorabend klang auf diese Weise aus.