Rangendingen

Rangendingen hat die meisten Eichen-Festmeter

von Schwarzwälder Bote

Rangendingen (bei). Hubert Münch geht in Ruhestand. In Rangendingen lassen sie ihn nur ungern ziehen. Bei der abschließenden Einkehr nach der Waldbegehung wurde Münch aus seinem Dienst für die Gemeinde verabschiedet.

Bürgermeister Johann Widmaier brachte es bei seiner kurzen Ansprache auf den Punkt: "Hubert Münch war im Rangendinger Gemeindewald zu Hause wie kein anderer." Mehrfach hatte der Verwaltungschef in den vergangenen Jahrzehnten seinem Leiharbeiter aus den Diensten des Landratsamtes die Anerkennung der Verwaltung für dessen Arbeit ausgesprochen.

40 Jahre war Münch im Auftrag der Unteren Forstbehörde für den Rangendinger Wald verantwortlich, und er hinterlässt seinem Nachfolger Gabriel Werner ein bestelltes Feld. Dass dies so ist, wurde dem Förster und dem Gemeinderat bei der Vorstellung des Forsteinrichtungswerks bei der Waldbegehung am Freitag bestätigt: "Der Rangendinger Wald ist in einem sehr guten Zustand", lautete dort die Feststellung von Forsteinrichter Andreas Kaphegyi.

Weil Münchs Wohnzimmer 40 Jahre der Rangendinger Wald gewesen sei, erhielt er vom Bürgermeister zum Abschied einen Ausschnitt davon für dessen eigenes Wohnzimmer zu Hause: ein Gemälde von Josef Haug mit einem Waldmotiv vom Weilenberg.

"Wir haben all die Jahre stets vertrauensvoll zusammengearbeitet", bedankte sich Magdalena Dieringer im Auftrag des Gemeinderates bei Münch. Nicht nur bei den Waldbegehungen, bei der "wir immer etwas gelernt haben", sondern auch sonst habe der Revierförster stets ein offenes Ohr für jedes Anliegen gehabt, so Dieringer. Sie hatte einen guten Tropfen von der Abschlussfahrt des Gemeinderates nach Würzburg für den Förster im Gepäck.

Die Arbeit in Rangendingen habe ihm immer viel Spaß bereitet, antwortete Münch. Und fügte hinzu, dass die Rangendinger "echt stolz auf ihren Wald sein könnten – auch wenn ihr jetzt nicht unbedingt etwas dafür könnt", wie er schmunzelnd hinzufügte. Vielmehr sei die Waldvielfalt in Rangendingen auf die Geologie mit ihren unterschiedlichen Standorten auf der Gemarkung zurückzuführen, wie sie selten auf so engem Raum zu finden sei. Sehr karge Gipskeuper- und trockene Stubensandsteinböden wechselten sich mit schweren, aber wüchsigen Knollenmergel-Standorten ab.

Und noch etwas wusste Münch dem Gemeinderat zum Abschluss mit auf den Weg zu geben: Immer heiße es, Hechingen habe die größten Eichenbestände. Doch das stimme nicht: "Rangendingen hat von den Festmetern her die meisten Eichen."