Pforzheim

Leuchtturmprojekt

von Schwarzwälder Bote

"Sicher in die Höhe – Natürlich bauen mit Holz: Keine Angst vor Holz als Baustoff im mehrgeschossigen Holzbau" – unter diesem Gesichtspunkt lud die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) im Rahmen ihres Projekts RegioHOLZ zu einer Fachveranstaltung in das Bürgerhaus Arlinger in Pforzheim.

Die Nordschwarzwälder Holz- und Möbelbranche ist bundesweit einzigartig und ein wirtschaftliches Schwergewicht in der Region. Vor diesem Hintergrund steht das Projekt RegioHOLZ der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald, das als eines von zwei Leuchtturmprojekten der Region mit Mitteln der Europäischen Union (EFRE) und dem Land Baden-Württemberg gefördert wird, mit dem Ziel, den Forschungs-, Entwicklungs- und Technologietransfer der mittelständischen Unternehmen zu unterstützen und auszubauen. Weitere Aufgabenstellungen sind die Identifikation von Forschungsbedarf, Suche von Forschungspartnern, Entwicklung von Formaten für den Technologietransfer sowie der fachliche Austausch entlang der Wertschöpfungskette.

Pforzheim. Die Einladung richtete sich an Architekten, Bauplaner, Sachverständige, Sanierer, Zimmerer sowie an Vertreter von Behörden und Verbänden. Die WFG sieht in ihrem Förderprojekt RegioHOLZ eine wichtige Aufgabe, den regionalen Holzbau nachhaltig zu stärken, um den Entwicklungsprozess einer zukunftsgewandten Architektur und Stadtentwicklung mit dem natürlichen Baustoff aus heimischen Wäldern zu unterstützen.

In diesem Zusammenhang informierte Peter W. Schmidt, Architekt BDA, die Gäste über die naheliegende Verbindung des Veranstaltungsorts zum Thema des Events: Schließlich soll im Pforzheimer Stadtteil Arlinger unter der Bauträgerschaft der gleichnamigen Baugenossenschaft das mit 14 Stockwerken deutschlandweit derzeit höchste Haus aus Holz mit dem Namen "CARL" entstehen und zum weithin sichtbaren Leuchtturmprojekt werden.

Ludger Dederich von der Hochschule Rottenburg gab in seinem Vortrag detaillierte Einblicke in die Holzbaurichtlinien des Landes Baden-Württemberg und zeigte klar, wie im Holzbau Brandschutzvorschriften in der Praxis umsetzbar sind und sich die Anforderungen für die Brandsicherheit bei Holzbauteilen realisieren lassen. Zur Zeit laufen experimentelle Versuche, die darlegen, was der Holzbau bereits im Brandschutz leistet, gleichzeitig aber auch Möglichkeiten eröffnen, welche Lösung die beste für die Zukunft sein kann, ohne erhöhten planerischen Aufwand für einzelne Gebäude betreiben zu müssen.

Die Präsentation von Reinhard Eberl-Pacan, seines Zeichens Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz und brandschutztechnische Bau- und Objektüberwachung und somit einer der renommiertesten Experten in allen Belangen des Brandschutzes, nahm Bezug auf Fragestellungen und Problematiken im Bereich Umsetzung von Brandschutz im mehrgeschossigen Holzbau. Eberl-Pacan stellte heraus, dass Holz als Baumaterial keine Nachteile mit sich bringt. Im Gegenteil – zählen doch die leichte Verbaubarkeit, die Stabilität, geringe Emissionen sowie natürlich auch die attraktive Optik und das Wohlfühlklima in Holzbauten zu den Vorteilen. Sein klares Statement lautet: Holz ist der Baustoff der Zukunft, umso mehr, da Auflagen und Herausforderungen im Brandschutz mit Know-how souverän lösbar sind.

Dass das Thema Brandschutz den Teilnehmern sprichwörtlich unter den Nägeln brannte, wurde bei dieser gut besuchten und fachlich höchst anspruchsvollen Veranstaltung deutlich, die den Gästen fundierte Antworten auf ihre komplexen Fragestellungen lieferte. Auch weit nach Veranstaltungsende setzte sich in diversen Diskussionsgruppen mit den Referenten ein intensiver Austausch fort.