Pforzheim

Expertenduo führt jetzt die Urologie

von Schwarzwälder Bote

Wechsel am Siloah St. Trudpert Klinikum in Pforzheim: Stephan Kruck und Volker Zimmermanns sind offiziell als neue Chefärzte der Klinik für Urologie eingeführt worden.

Pforzheim. Seit einigen Wochen arbeiten Kruck und Zimmermanns bereits zusammen. In einer Feierstunde wurden sie von Gerhard Bossert, Verwaltungsratsvorsitzender des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah, und Krankenhausdirektor Ulrich Schulze als neues Chefarzt-Duo der Klinik für Urologie begrüßt und vorgestellt. Nach einer musikalischen Einleitung nutzten die beiden neuen Chefärzte ihre Einführung nicht nur, um sich vorzustellen, sondern präsentierten zugleich erste gemeinsame Arbeitsergebnisse und Neuerungen der urologischen Klinik.

Enge Kooperation mit niedergelassenen Ärzten

Die Klinik gilt als eines der führenden Zentren in der Realisierung minimal-invasiver Therapieverfahren. Dies gilt sowohl für die Behandlung von gutartigen Erkrankungen wie beispielsweise Harnsteine oder Prostatavergrößerung, als auch von bösartigen Tumoren. Als eine der ersten Kliniken in Deutschland führte sie roboterassistierte Operationen ein und genießt seither eine überregionale Bekanntheit, heißt es in einer Pressemitteilung des Klinikums.

Die Eingriffe mit dem Da-Vinci-Roboter gehören weltweit zu den modernsten Eingriffstechniken. Mit aktuell mehr als 2200 Operationen am Da-Vinci-System, die fast ausnahmslos Zimmermanns realisierte, hat die Klinik Maßstäbe gesetzt.

"Technologie nützt nichts ohne ein hervorragendes Team", erläutert Kruck die Zukunftsvision der Klinik. "Die enge Kooperation mit unseren niedergelassenen Kollegen und unser starkes Ärzte- und Pflegeteam ermöglichen den Erfolg", ergänzt Chefarzt Zimmermanns. Ein weiteres Beispiel hierfür ist der Einsatz eines weltweit einzigartigen Mikro-Ultraschall-Systems mit 29 MHz zur Erkennung von Prostatakrebs. "Erstmals können mit einer Auflösung von bis zu sieben Hundertstel eines Millimeters bisher unsichtbare Krebsherde sichtbar gemacht werden", erklärt Kruck.

Zusätzlich können Bilder aus der Kernspintomographie zur Navigation genützt werden (Ultraschall-MRT-Fusion). Seit zwei Wochen ist das System nun im Einsatz und ermöglicht eine bisher ungeahnte Präzision in der Krebserkennung. "Wir möchten das System zusammen mit unseren niedergelassenen Kollegen einsetzen, um möglichst vielen Patienten in der Region die Untersuchung zu ermöglichen", bekräftigt Zimmermanns. Die Urologie am Siloah gehört zu den Vorreitern dieser Technologie.

Zimmermanns ist seit 1999 Facharzt für Urologie und besitzt mehrere Zusatzbezeichnungen, unter anderem spezielle urologische Chirurgie, Andrologie und medikamentöse Tumortherapie. Seit der Einführung der Technik im Jahre 2008 setzt er die roboterassistierten Da-Vinci-Operationen am Siloah St. Trudpert Klinikum um. Mit mehr als 2200 Operationen ist Zimmermanns ein führender Spezialist für roboterassistierte Operationen und gehört weltweit zu den erfahrensten Operateuren. Er ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises Laparoskopie und Roboter-assistierte Chirurgie der Akademie der deutschen Urologen. 2018 war er Präsident der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für roboterassistierte Urologie. Der 55-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Kruck hat sich während seiner medizinischen Laufbahn auf die minimal-invasive Urologie und medikamentöse Uro-Onkologie spezialisiert und erstmals 2015 ein neues Roboterverfahren in Europa eingeführt.

Darüber hinaus hat sich Kruck um die Weiterentwicklung der Medizintechnik in der Region verdient gemacht. Kruck, der in Tiefenbronn aufgewachsen und in Pforzheim das Theodor-Heuss-Gymnasium besucht hat, gilt als internationaler Experte und wurde mehrfach für seine Forschung ausgezeichnet.

Der 41-Jährige war zuvor Chefarzt der Urologie und Kinderurologie am Helios Klinikum Pforzheim und zuvor an der renommierten Urologischen Universitätsklinik Tübingen als Oberarzt tätig. Kruck ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Im Siloah St. Trudpert Klinikum Pforzheim und der Centralklinik Pforzheim werden jährlich rund 25 000 Patienten stationär und rund 35 000 Patienten ambulant versorgt. In zwölf Fachabteilungen mit zusammen 550 Betten versorgen Mitarbeiter die Bevölkerung Pforzheims und des umliegenden Enzkreises.

Zu dem gemeinnützigen Evangelischen Diakonissenverein Siloah gehören das Siloah St. Trudpert Klinikum, die Centralklinik Pforzheim, das Heim am Hachel, das Haus Maihälden, sowie die weiteren Seniorenzentren Keltern und Sonnhalde in Neuenbürg, ein Medizinisches Versorgungszentrum, die Siloah Krankenpflegeschule sowie die Kindertagesstätten Siloah und Deichlerweg.