Pforzheim

Aufsichtsrat unter neuer Führung

von Alexander Jähne

Auch diese Ära hat einmal ein Ende: Nach insgesamt 23 Jahren – 19 davon als Vorstand – verlässt Gerhard Bossert den Aufsichtsrat der Pforzheimer Volksbank.

Pforzheim. Altersgründe wurden für das Ausscheiden genannt. Bosserts Nachfolger wird Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald. Der Jurist Wulf Oppelt, der ebenfalls aus der ehemaligen Goldstadt stammt, rückt in den Aufsichtsrat auf.

Auf der nunmehr 64. Vertreterversammlung der Volksbank Pforzheim, die am Dienstagabend im städtischen Kongresszentrum stattgefunden hatte, gab der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende seinen Schritt bekannt. Er sei ein "begnadeter Dirigent für die Volksbank" gewesen und verabschiede sich mit einem hervorragenden Ergebnis aus dem Amt, hieß es da in einer Laudatio. Von Monika van Beek, der Abgesandten des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes (BWGV), bekam Bossert nicht nur deren Urkunde und Ehrennadel überreicht, er wurde auch noch zum Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrates ernannt. Dem Gremium erhalten bleiben hingegen die beiden Mitglieder Christine Dobler und Frank Neuner, die im Rahmen der Versammlung einstimmig wiedergewählt wurden.

150. Geburtstag

Seinen 150-jährigen Geburtstag feierte die Pforzheimer Volksbank im vergangenen Jahr, wobei der Glanz noch immer ein wenig ins Kongresszentrum durchschimmerte.

Zwischen zahlreichen Awards und Auszeichnungen ließen Bossert und der Vorstandsvorsitzende Jürgen Zachmann noch einmal die Bilanz der vergangenen Monate Revue passieren. Letzterer positionierte sich ganz klar gegen das Image der Banken als Zins-, Wucher- und sogar als Enteignungsunternehmen: "Wir sind eine Gemeinschaft, die nicht kurzfristige Gewinninteressen des Einzelnen in den Vordergrund stellt, sondern das Gemeinwohl und die wirtschaftliche Förderung unserer Mitglieder." Um 4,8 Prozent beziehungsweise um 1,8 Millionen Euro gestiegen sei das Kundenkreditvolumen, während die Zahl der Existenzgründer um 13 Prozent nach oben schnellte. Die bilanziellen Kundengelder legten ebenfalls um 3,4 Prozent zu. Insgesamt würde mit einem Jahresüberschuss von rund drei Millionen Euro abgeschlossen werden. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung wäre auch die Volksbank längst im technischen Umbruch angelangt. Zachmann lobte Pforzheim zudem für seinen bezahlbaren Wohnraum, der immer mehr Zuzüge auch aus den Ballungszentren Stuttgart wie Karlsruhe bedingt.