Ostelsheim

Von Anfang an wie in einer Familie

von Bettina Bausch

Wenn andere Menschen am späten Abend zu Bett gehen, macht er sich auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz. Konditor Ernst Burkhardt wohnt in Alzenberg und arbeitet in der Ostelsheimer Bäckerei Nagel – schon seit vier Jahrzehnten.

Ostelsheim. Der fast 63-Jährige ist nach all der Zeit immer noch mit viel Herzblut in dem Ostelsheimer Betrieb tätig. Firmenchef und Geschäftsführer Robert Nagel würdigte jetzt die ungewöhnlich lange Treue seines verdienstvollen Mitarbeiters.

Als Dank gibt es zusätzliche Urlaubstage

"Wenn in unserer heutigen schnelllebigen Zeit jemand so lange beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt ist, dann ist das eine Seltenheit, die entsprechend gewürdigt gehört", unterstrich Nagel, der sich ein originelles Geschenk ausgedacht hatte. "Als Dank für 40 Jahre stetige Treue zur Familie Nagel schenken wir dir in deinem letzten Arbeitsjahr 40 zusätzliche Urlaubstage", hob der Unternehmer hervor. Er überreichte Burkhardt eine Ehrenurkunde der Bäckerinnung Nordschwarzwald.

Der langjährige Mitarbeiter, der die Liebe zu leckeren Backwaren von seiner Mutter geerbt hat, absolvierte eine Konditorlehre im früheren renommierten Café Hammer in Calw.

Nach seiner Bundeswehrzeit und einer kurzen Tätigkeit bei anderen Firmen führte ihn sein Berufsweg nach Ostelsheim. "Ich habe hier manchmal ausgeholfen. Eines Tages fragte mich der Seniorchef, ob ich nicht ganz bei ihm arbeiten wolle", erinnerte sich Burkhardt. Ihm habe zudem von Anfang an der freundliche Umgangston und die familiäre Art im Umgang miteinander gefallen.

Dann blickte Burkhardt zurück auf die Anfänge einer damals noch kleinen Bäckerei, die sich heute im 112. Jahr ihres Bestehens deutlich weiterentwickelt hat und derzeit zehn Filialen betreibt. "Die Vielfalt an Backwaren und Kuchen ist heute viel größer", unterstrich der Jubilar. Neben dem eigentlichen Backen müssen in den frühen Morgenstunden die Lieferungen an die einzelnen Verkaufsstellen fertiggemacht werden. Burkhardts Arbeitszeit endet dann gegen 10 Uhr. "Ich schlafe zweigeteilt. Wenn ich am späten Vormittag nach Hause komme, schlafe ich einige Stunden. Dann habe ich etwas Zeit für die Familie und schlafe dann abends noch einmal von 21 bis 24 Uhr", berichtete er. Trotz seiner anstrengenden Tätigkeit ist er, abgesehen von zwischenzeitlichen Rückenproblemen, gesund geblieben. Und er stimmt seinem Chef gerne zu, wenn dieser sagt: "Wir sind eben ein Familienbetrieb, und bei uns geht es einfach unbürokratisch und unkompliziert zu".