Olympia

Schwarzwälder Nesthäkchen gibt Gas

von Gunter Wiedemann

Lässig, modern und stylisch: Snowboardcrosserin Jana Fischer kann der deutschen Olympia-Bekleidung für die Winterspiele in Pyeongchang viel abgewinnen.

"Besonders das Outfit für die Eröffnungsfeier gefällt mir sehr gut", sagt die Bräunlingerin.

Es war für die 18-Jährige schon ein ganz besonderer Tag, als sie in München die Olympia-Ausrüstung in Empfang nahm. "Ich hätte vor diesem Winter niemals damit gerechnet, bei den Spielen in Südkorea dabei zu sein", realisiert Jana Fischer so langsam, was sie mit zwei 16. Rängen und einem achten Platz im Weltcup geschafft hat. Nun wird sie am Freitag zusammen mit dem deutschen Team bei der Eröffnungsfeier in Pyeongchang ins dortige Olympiastadion einlaufen. "Wahnsinn", lacht sie.

Neben den 50 Teilen des DOSB-Outfits werden auch Schulbücher und ein Maskottchen den Weg in die Koffer finden. Ohne das Marienkäfer-Stofftier als Glücksbringer geht nichts, die Lehrmaterialien sind wichtig für einen weiteren Höhepunkt in diesem Jahr. "Das Abitur ist mir sehr wichtig", betont die Schülerin des Sportinternats in Oberstdorf. Dort fühlt sich Fischer nicht nur sehr wohl, sondern im Allgäu findet sie auch perfekte Bedingungen vor, um Sport und Schule unter einen Hut zu bekommen. "Ich fühle mich aber weiter als Schwarzwälderin", unterstreicht die Snowboardcrosserin.

In Pyeongchang wird Fischer eine der jüngsten deutschen Teilnehmerinnen sein. Allerdings verfügt die Bräunlingerin durchaus über Erfahrungen bei Großveranstaltungen. 2016 gewann sie mit dem deutschen Snowboard-Team Gold bei den olympischen Jugendspielen in Lillehammer (Norwegen). Ein Jahr später holte Fischer bei der Nachwuchs-WM im tschechischen Klinovec Silber.

"Natürlich ist Südkorea nun eine andere Nummer", weiß die 18-Jährige, dass gerade die mediale Aufmerksamkeit eine ganz andere sein wird. "Das gehört einfach dazu. Aber ich werde erst in Pyeongchang sehen, was da auf mich zukommt. Auch über den Nordkorea-Konflikt mache ich mir keine Gedanken. Alle sagen zu uns, dass es bei den Spielen sicher ist", geht es für die für den SC Löffingen startende Abiturientin in Pyeongchang darum, das perfekte Maß zwischen Lockerheit und notwendiger Anspannung zu finden. "Ich habe ja keinen Druck, kann nur gewinnen", hat Jana Fischer auch die jüngste Enttäuschung beim Heim-Weltcup am Feldberg abgehakt. Dort hatte der Serien-Fan in beiden Rennen die Qualifikation nicht überstanden.

Dies soll am 16. Februar im Bokwang-Schneepark anders werden. "Natürlich ist es mein Ziel, die Heats zu erreichen", stellt Fischer klar. Ihre weitere Wünsche für die Winterspiele? "Ich will einfach eine schöne Zeit haben, viel mitnehmen. Und natürlich hoffe ich, dass die Gesundheit mitmacht", kann es das Schwarzwälder Nest­häk­chen kaum abwarten, bis der Olympia-Flieger am Mittwoch in Richtung Südkorea abhebt.