Oberwolfach

Weiteres Plus im Forst

von Markus Adler

Oberwolfach - Der Oberwolfacher Gemeinderat hat sich bei seiner Waldbegehung über aktuelle Schwerpunktthemen informiert. Dank günstiger Holzpreise sieht es positiv aus – das Amt für Waldwirtschaft erwartet ein Plus von 150.000 Euro beim Betriebsergebnis für den Oberwolfacher Wald.Erste Station war der große Holzhieb am Holzwälder Forst. Dort zeigte sich die besondere Herausforderung des Arbeitens im schwierigen Gelände, wie einer der Oberwolfacher Revierförster Markus Schätzle den Gemeinderäten erläuterte. Hier ist vor allem der Arbeitsschutz ein wichtiges Thema, da es in jüngster Zeit auch in der Nachbarschaft einige schwere Unfälle in der Holzverarbeitung gegeben hat. Zu den möglichen Problemen zählt das schwer vorherzusagende Verhalten der Bäume beim Fällen, die körperliche Anstrengung beim Arbeiten im Steilhang und die vergleichsweise geringe Festmeterleistung in der Ernte pro Stunde.

Beim zweiten Punkt ging es um das bisherige Fahrzeug der Oberwolfacher Forstleute. Der VW-Bus hat bereits 24 Jahre auf dem Buckel, sodass er nach Aussage des Amts für Waldwirtschaft nicht mehr den aktuellen Erfordernissen und Sicherheitsstandards entspricht. Es wurde stattdessen ein gebrauchter VW-Pritschenwagen mit zweckmäßigem Aufbau vorgestellt, der es ermöglicht, Kraftstoff und Motorsäge getrennt von Führerhaus zu transportieren und der mit Allrad und Standheizung ausgestattet ist. Im Herbst wird der Gemeinderat darüber zu entscheiden haben, ob er sich vorstellen kann, ein etwa vierjähriges Fahrzeug gebraucht zu beschaffen. und entsprechend auszustatten.

Dritter Punkt war der Wegebau am Alt-Wolfacherkopfweg. Hier sprachen Forstleute und Gemeinderäte über Wegeführung und Arbeitsweise beim Wegebaus. Hier ging es auch um den inhaltlichen Konflikt zwischen schmalen und romantischen Wanderwegen und einer forstmaschinengerechten Erschließung. Die Gemeinde Oberwolfach steht zu der Entscheidung, dass für die Nutzung des wertvollen Oberwolfacher Holzes diese Erschließung notwendig ist. Sie ist aber am Überlegen, ob es an anderer Stelle möglich ist, verstärkt in attraktive Wanderwege zu investieren, um einen Ausgleich zu schaffen.

Ein weiteres Thema war auch die fehlende Böschungsbegrünung, wobei die Leiterin des Wolfacher Amts für Waldwirtschaft Silke Lanninger hier erläuterte, dass es Forderungen des Naturschutz gibt, möglichst keine Samenmischung auf die "kahlen" Böschungen zu streuen, damit heimische Pionierarten eine Chance haben, diesen neu geschaffenen Lebensraum auch zu besiedeln.

Büroleiter Theo Springmann erläuterte den Gemeinderäten kurz und prägnant die Lage im Oberwolfacher Wald. Von geplanten 5200 Festmetern sind bisher 2985 vollzogen – das entspricht einem Anteil von 57 Prozent. Das Sturmholz hielt sich mit 134 Festmetern bisher in einem äußerst kleinen Rahmen. Bereits deutlich aktiver als ursprünglich geplant, waren die Forstleute bei der Kultursicherung und im Einzelschutz, während weitere Pflegemaßnahmen wie die Jungbestandspflege, die Ästung auf Reichhöhe und auf fünf Metern Höhe zur Wertsteigerung erst in der zweiten Jahreshälfte erfolgen werden. Der Holzerlös entwickelt sich ebenfalls positiv, nachdem bisher statt der kalkulierten 72,90 Euro pro Festmeter sogar im Schnitt 74 Euro erzielt werden konnten. Die Prognose des Amts für Waldwirtschaft: "Ohne unvorhergesehene Ereignisse kann der Gemeinderat mit einem positiven Betriebsergebnis von etwa 150.000 Euro rechnen."

Damit setzt sich ein positiver Trend aus 2012 fort. Damals hatte der Forstbetrieb mit einem Plus von 170.000 Euro abgeschlossen, was rund 17.000 Euro mehr als kalkuliert waren. Bei einer genau erreichten Einschlagsmenge lag die Entwicklung vor allem an den guten Preisen.

Außerdem informierte sich der Gemeinderat über die Windmessungen des E-Werks Mittelbaden am Gütschkopf – fünf Oberwolfacher Bereiche werden dabei auf ihre Eignung für mögliche Windkraftanlagen überprüft.