Oberwolfach

Mensch und Ziege auf Tuchfühlung

von Hans-Gottfried Haas

Einem Begegnungsgelände "Mensch und Tier" im Frohnbach steht nichts mehr im Wege. Das in unmittelbarer Nachbarschaft des Besucherbergwerks Grube Wenzel geplante Gelände war Thema der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

Oberwolfach. Eingefleischte Oberwolfacher würden sagen "ä Gaißemättle". Dass dem nicht ganz so ist, das wurde bei der Ratssitzung deutlich. Immerhin geht es um eine Fläche von circa 300 Quadratmetern, die von der Gemeinde von der Familie Kury erworben wurde und nun mit Blick auf die Offenhaltung des Tals einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden soll.

Einen Eindruck davon ist beim Blick zum gegenüberliegenden Berghang in Richtung "Schäublestein" zu erlangen. Dort sorgt schon seit einiger Zeit eine Ziegenherde dafür, dass der vormalige "Heckenbosch" fortwährend niedergehalten und der Hang konsequent abgegrast und somit kostengünstig und praktisch ohne Arbeitsaufwand gepflegt wird.

Bürgermeister Matthias Bauernfeind vermeldete eine positive Stellungnahme der Mitgliederversammlung des Naturparks Mitte/Nord. Dieser zufolge wurde das von der Gemeinde angestoßene Projekt einstimmig in die Prioritätenliste 2019 aufgenommen. Mit dem Bau soll gegen Ende der diesjährigen Hauptsaison des Besucherbergwerks begonnen werden. Auf die endgültige Fertigstellung hofft man zur Saisoneröffnung im kommenden Jahr 2020.

Leider sind für die baulichen Maßnahmen nur zwei Angebote eingegangen. Einstimmig wurde das günstigere Angebot der Firma Echle angenommen. Es werden zusammen mit den erforderlichen Grafikleistungen mit Bruttokosten in Höhe von 77 228 Euro gerechnet. Für die Gemeinde sind laut Information durch den Bürgermeister 38 293 Euro an Fördermitteln in Abzug zu bringen, das heißt, die Gemeinde wird rund 40 000 Euro zu berappen haben. Zum Hauptprojekt kommen noch weitere kleinere bauliche Maßnahmen vor allem für einen Abstellplatz für Fahrräder.

Planung und Vergabe wurden vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet, zumal im Vorfeld bereits 80 000 Euro in den Haushalt eingestellt wurden und dabei auch auf eine Förderung von circa 40 000 Euro gehofft wurde.

Auch in der Diskussionsrunde fand die Maßnahme die volle Zustimmung der Räte. Bezüglich der Betreuung vermeldete Bauernfeind, dass die Tiere von einem Landwirt betreut werden. Es werden ihnen Klettermöglichkeiten angeboten und Rückzugsbereiche eingeräumt.

Die Kommentare aus dem Ratsgremium fielen durchweg positiv aus: von "ein gutes Projekt" (Roland Haas, FWG) über "eine tolle Maßnahme" (Michaela Rothfuß, FWG) bis ein "wichtiger Baustein für das Tal der Tiere" (Erna Armbuster, FWG). Hinzugefügt wurde, dass durch diese Maßnahme das Tal offen bliebe und Tiere für Kinder eigentlich immer anziehend seien. Gemeinderat Martin Rebbe (FWG) befand zudem, dass so ein zusätzliches Angebot für Gäste in Schlechtwetterphasen erbracht werde.

Johannes Sum (CDU) äußerte die Sorge um genug Pflege, und aus den Zuhörerreihen kam der Ratschlag eines erfahrenen Ziegenhalters aus dem Außenbereich, einen Ziegenbock vorerst nicht mit einzubeziehen. Schließlich wurde der Wunsch geäußert, dass man die Gäste von Vermieterseite auch auf dieses besondere Angebot seitens der Gemeinde hinweisen möge.

Weiter ging es in der Sitzung des Oberwolfacher Gemeinderats um die achte Änderung des Bebauungsplans "Matten", der ohne Vorbehalt zugestimmt wurde. Kurze Zwischenberichte erfolgten seitens des Bürgermeisters Matthias Bauernfeind zum Start in den Generationendialog Oberwolfach und zur Arbeit im Klimabeirat, zu der Rechner Thomas Springmann nähere Erläuterungen gab.