Oberndorf a. N.

Pfarrer wird bei "Verstehen Sie Spaß" gefoppt

von Marcella Danner

Oberndorf -  "Kommt ein Vogel geflogen" - nanu, das ist doch Pfarrer Rudolf Deiß, der da im Fernsehen einen Hut an der Wand ansingt. Da musste mancher Oberndorfer Kirchgänger glatt zweimal hinschauen. Der katholische Seelsorger flimmerte am Samstagabend tatsächlich über die Mattscheibe. In "Verstehen Sie Spaß" wurde er liebevoll auf den Arm genommen.

Doch wie kommt Rudolf Deiß ins Fernsehen? Ganz einfach. Er war im Sommer in Bad Wörishofen zur Kur. Dort feierte ein Kaufhaus ein Jubiläum, und der Pfarrer vertrieb sich seine Freizeit ein wenig in der Fußgängerzone. Da fragte ihn eine junge Frau, ob er auf einen Vogel aufpassen könne. Sie müsse nur schnell einen Käfig für das entflogene Tier holen. Der Piepmatz befinde sich unter dem Hut, den sie an die Wand gedrückt hielt, damit der Vogel nicht abhaue.

Pfarrer Deiß ließ sich nicht lange bitten. Und weil es unter dem Hut ordentlich raschelte, sang er dem vermeintlichen Federvieh sogar ein Liedchen vor. So ganz geheuer sei ihm die Sache aber nicht gewesen, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn das Gezwitscher unterm Hut habe doch sehr nach einer Tonbandaufzeichnung geklungen. Er habe einen Streich des Kaufhauses vermutet und sah schon eine Ladung Wasser oder Federn auf sich herabfallen.

Schließlich löste das Team von "Verstehen Sie Spaß" das Rätsel auf. Moderator Guido Cantz sei zwar nicht dabei gewesen, mit den Leuten vom Filmteam habe er sich aber noch eine ganze Weile nett unterhalten. Einer habe Oberndorf sogar gekannt und selbst einen Bruder gehabt, der Pfarrer ist. Natürlich hat Rudolf Deiß die Einverständiserklärung für die Ausstrahlung unterschrieben. "Das war ja ein netter Streich."

Ihm habe man gesagt, die Folge werde irgendwann im Herbst ausgestrahlt. Und so hat sich der Seelsorger in der Sendung am Samstagabend gar nicht selbst gesehen. Da saß er nämlich in seinem Stammlokal – der "Bodega" – beim Essen. Erst als er eine SMS von seiner zwölfjährigen Nichte bekam, wurde ihm klar, dass er nun wohl im TV zu bestaunen war. Sie hatte ihn nämlich als "Fernsehstar" in der Familie Deiß begrüßt.

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