Oberndorf a. N.

Nur das nötige Personal fehlt noch

von Jasmin Cools

Oberndorf. "Kita-Leitung geht nicht nebenher", meinte die CDU in Oberndorf und hatte deshalb Antrag auf die teilweise Freistellung der Oberndorfer Kindergartenleiterinnen gestellt. Vorgeschlagen wurden zehn Prozent, also vier Stunden pro Woche. Auf alle zwölf Kindergärten verteilt entspreche das 1,2 Vollzeitstellen. Bei Kindergärten ab drei Gruppen sollte man dann über eine höhere Freistellung nachdenken, so der Wunsch der Fraktion.

Nun kam das Thema bei der Sitzung des Verwaltungsausschusses auf den Tisch. "Wir haben das Ganze bewusst erst einmal gebremst, um die Finanzfrage zu klären. Das ist nun erfolgt", sagte Bürgermeister Hermann Acker einführend.

Die Aufgaben einer Kindergartenleitung seien durch eine flexiblere Handhabung der Öffnungszeiten, den Ganztagesbetrieb und die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, war sich das Gremium einig. "Wer bestellt, muss aber auch bezahlen", sagte Acker und meinte damit das Land, auf dessen finanzielle Unterstützung man gewartet habe.

Sich wie ein gallisches Dorf als letzte und einzige Kommune im Landkreis gegen die Freistellung zu wehren, habe aber keinen so großen Effekt, meinte Stadtrat Thorsten Ade (CDU). Bei einem solchen Thema sollte man nicht so aufs Geld schauen, so seine Meinung. Nun erfolge die Freistellung ja, sagte Acker.

Für die in städtischer und kirchlicher Trägerschaft stehenden Kindertageseinrichtungen in Oberndorf werden damit ab dem 1. Januar 2020 entsprechend der landeseinheitlichen Regelung, die erst am Dienstagmittag bekannt wurde, Freistellungen gewährt: sechs Stunden pro Woche für eine eingruppige Kindertagesstätte und zwei Stunden für jede weitere Gruppe. Die Kosten werden mit rund 100 000 Euro beziffert und sind im Haushaltsentwurf 2020 eingeplant.

Nun müsse man nur noch das nötige Personal rekrutieren, meinte Hans-Joachim Ahner vom Amt für Kultur, Bildung und Sport. Auch eine Änderung des Personalschlüssels ist vorgesehen. Doch die passenden Erzieher zu finden, sei aktuell schwierig. "Unsere Kindergärten sind aktuell auf einem sehr hohen Niveau. Und auch künftig wollen wir in die Qualität investieren", meinte Bürgermeister Acker abschließend.