Oberndorf a. N.

Mit Lebensfreude und Emotionen

von Klaus Weisser

Oberndorf. Erstklassige Gesangstalente, ein stattliches Klangvolumen, mitreißende Rhythmen und eine versierte Musikbegleitung: Der Baden-Württembergische Gospellandeschor "Gospelicious" begeisterte die zahlreichen Zuhörer in der ehemaligen Oberndorfer Klosterkirche mit seinem eigenen Stil.

Mit lautstarkem und lang anhaltenden Beifall sowie Standing Ovations verabschiedeten die Zuhörer Leiter Jörg (York) Sommer und seine 20 Sänger nach ihrem exzellenten Auftritt in Oberndorf. Beim Auszug aus der ehemaligen Klosterkirche sang der Landesgospelchor, bislang der einzige in der Bundesrepublik, als zweite Zugabe a cappella den Klassiker "He reigns" von Kirk Franklin.

Zuvor hörten die Besucher 16 Stücke, vorwiegend aus der Feder des Dirigenten oder der Begleitmusiker Andreas Reif (Bass) oder Michel Friedinger (Tasteninstrumente).

Immer im Mittelpunkt der dargebotenen Songs: Die christliche Botschaft und die Lebensfreude. Musikalisch hat der Chor aber seinen eigenen Weg eingeschlagen. Die Zuhörer lernten einmal die große Bandbreite des Gospelgesang kennen und konnten sich an den vielfältigen Erscheinungsformen dieses Musikgenres erfreuen. "Gospelicious" überraschte aber immer wieder mit besonderen Interpretationen voller Emotionalität.

Funkige Riffs und rockiger Rhythmus

Traditionelle Gospels und Spirituals wurden von York Sommer in modernem Sound neu arrangiert. In den Eigenkompositionen erklangen Elemente von Blues, Latin, Pop und Hip-Hop.

Bereits der singende Einzug des 20-köpfigen Gospelchors ("Gospelicious Prelude") beeindruckte die Besucher. Nach den Anfangstakten, die sich wie ein Hymnus anhörten, kam der krasse Wechsel: Funkige Riffs des Bassgitarristen Reif kündigten den Break an. Die Sänger zwischen 16 und 26 Jahren bewegten sich plötzlich in choreographische einstudierten Schritten und Bewegungen im Altarraum hin und her. Schlagzeuger Alexander Neher sorgte für den rockigen und groovenden Rhythmus. Und schon klatschten die Zuhörer kräftig in die Hände.

Für ruhige und nachdenkliche Momente sorgten bei diesem Konzert gefühlvolle Balladen, die von erstklassigen Solistinnen vorgetragen wurden.

Beeindruckend waren auch das an die Musik von Georg-Friedrich Händel angelehnte "Joy to the World" mit der Solistin Carmina Charles sowie der von York Sommer vertonte Text des deutschen Mathematikers, Astronomen und evangelischen Theologen Johannes Keppler unter dem Titel "Und du meine Seele". Andreas Jenter glänzte hierbei als Solist.

Auch der mit den Besuchern gemeinsam gesungene dreistimmige Kanon, bei dem sich die Chormitglieder in der Klosterkirche verteilten, zählte zu den Höhepunkten.

Die Moderation übernahm Dirigent Sommer. Matti Münch (Saxofon) komplettierte die professionelle vierköpfige Band.