Oberndorf a. N.

Aldi will auf "Mauser-Parkplatz" bauen

von Marcella Danner

Oberndorf - Der Lebensmitteldiscounter Aldi hat eine Kaufoption auf den sogenannten "Mauser-Parkplatz". Die Stadt möchte die Fläche an das Unternehmen veräußern. Damit würde Aldi näher an die Talstadt her­anrücken.

Während der Haushaltsvorberatungen im Ausschuss für Technik und Umwelt wollte die CDU-Fraktion einen Posten aus dem Tiefbauprogramm gestrichen haben. Dort waren 38.000 Euro für die Befestigung eines Randstreifens in der Sägewerkstraße (gegenüber des Bahnhofs) für Lastwagen-Parkplätze eingeplant.

Stadtrat Thorsten Ade teilte mit, seine Fraktion halte diesen Platz für ungeeignet, zumal die Stadt keine Verpflichtung habe, solche Parkplätze anzubieten.

Da machte Bürgermeister Hermann Acker darauf aufmerksam, dass der Verwaltungsausschuss tags zuvor nichtöffentlich beschlossen habe, den "Mauser-Parkplatz" an die Firma Aldi zu verkaufen. Damit fielen die Stellplätze dort weg. Böte man keine Alternative an, parkten die Lastwagen wieder wild im Stadtgebiet.

Schon seit Längerem sei man mit Aldi im Gespräch, sagte Acker am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Das Grundstück am Neckar, auf dem früher die alte Schmiede der Firma Mauser stand, ist schon lange in städtischem Besitz.

Die dort entstandenen Parkplätze sind auch für die Friedhofsbesucher und Gäste von Veranstaltungen im Klosterbau gedacht gewesen. Nachdem die Stadtgärtnerei aus dem Gebäude in der Barbara­halde ausgezogen sei, plane man, das Haus abzureißen und dort dann Stellflächen in Friedhofsnähe zu erstellen. An dieser Stelle könnte auch ein repräsentativer Zugang zum Friedhof entstehen.

Mit der Neugestaltung des Brauerei-Areals entstünden zudem 30 Parkgaragenplätze, die von Besuchern der Veranstaltungen im Klosterbau genutzt werden könnten. Das Grundstück liegt übrigens nicht in der HQ 100-Zone – also nicht im Überschwemmungsgebiet.

"Noch näher kommen wir mit einem Lebensmittelmarkt nicht an die Talstadt heran", so Acker. Als die Stadt seinerzeit das Gelände gekauft habe, sei man davon ausgegangen, dass es dort Entwicklungspotenzial gibt.

Nun muss zunächst einmal ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden. Wenn Ende 2018 mit dem Bau begonnen werden könne, wäre das schön, so Acker. Ob Aldi seinen Markt in der Austraße schließen wird, liege beim Unternehmen. Er nehme jedoch an, dass es zum zweiten Markt auf dem Lindenhof keinen dritten in Oberndorf geben werde. Für die Altoberndorfer würde dies bedeuten, dass ein Lebensmittelmarkt in ihrer Nähe verschwindet. Von der Pressestelle von Aldi gab es auf eine Anfrage unserer Zeitung dazu keine Antwort.

Die im Haushalt eingestellten Kosten für die Lkw-Parkplätze bleiben im Plan stehen. Der Erste Beigeordnete Lothar Kopf hatte den Vorschlag, den Standort rauszunehmen, und die Formulierung allgemein zu halten. Dann könne über einen geeigneten Platz noch diskutiert werden.