Neuweiler

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von Von Hans Schabert

Zwei Ziele auf dem Ruhestein brachten den Mitgliedern der Alterswehr Neuweiler zahlreiche interessante Informationen.

Neuweiler/Ruhestein. Da der Ranger für die Führung durch den Nationalpark zur vereinbarten Zeit nicht präsent war, wurde die Besichtigung der fünf gegenüberliegenden Ski-Sprungschanzen zusammen mit dem aus Oberkollwangen stammenden Schanzenchef Wolfgang Hammann vorgezogen.

Eigentlich hatte Alterswehrkamerad Ernst Klink alles bestens vorbereitet. Aber als die Gruppe zur verabredeten Zeit am extra für sie in Bereitschaft versetzten Sessellift zur Fahrt auf die Höhen des Nationalparks stand, fehlte der Ranger, der sie führen sollte. Die Frauen vom Nationalpark-Besucherzentrum gaben ihr Bestes und trieben Ersatz auf. Aber das dauerte anderthalb Stunden. So zogen Helmut Wurster, der Abteilungsleiter der Alterswehr, und seine Truppe zunächst in die Skisprung-Arena.

Von der großen Schanze mit 78 Metern Anlauflänge – wo die Rekordweite mit 98 Metern von Weltmeisterin Juliane Seyfarth gehalten wird – bis zum Zehn-Meter-Schänzle, für die hier ihre ersten Sprungversuche startenden Drei- und Vierjährigen, sorgt Hammann dafür, dass Skispringer und Kombinierer im Winter auf dem Ruhestein beste Trainings- und Wettkampfverhältnisse antreffen.

Es ist schon eine kleine Wissenschaft, die richtigen Kombinationen von Naturschnee, Kunstschnee und Beigaben zu finden. Außer dem Legen einer Spur im Eis des Anlaufs mit der richtigen Tiefe gehört der wohl dosierte Einsatz etwa von Brezelsalz oder anderen Stoffen zur Kunst des Präparierens. Nicht vergessen werden darf das Abwalzen des Hanges zur rechten Zeit.

Geheimnisse der Natur

Nach dem Ausflug in die Sportwelt ging es dann per Sessellift mit Nationalpark-Ranger Wolfram Hessner auf die Höhen gegenüber. Fast verbissen versuchte der Biologe und Lehrer, den 20 Ruhestands-Blauröcken aus Neuweilers sieben Ortsteilen die Notwendigkeit des Naturparks zu vermitteln. Bei manchem der Waldbesitzer unter den Besuchern hatte er mit seinen Thesen um Borkenkäfer und "Urwald in einigen Generationen" keinen leichten Stand. Aber unbestritten vermittelte er manches interessante Geheimnis der Natur.

Einige Teilnehmer bedauerten, dass durch die Verspätung und recht ausgiebige Erklärungen der Weg talwärts zeitlich nicht zu Fuß möglich war. Aber wenigstens konnte die schöne Aussicht tief hinunter zum "Wilden See" und über die weite Schwarzwaldlandschaft genossen werden, ehe es mit dem Sessellift zur Talstation ging.

Die reservierte Einkehr im "Kernhof" in Seebach durfte wegen einer nachfolgenden Gruppe nicht allzu lange über die verabredete Zeit hinausgeschoben werden. Trotz aller Turbulenzen im Programmablauf fand ein interessanter Nachmittag dort seinen gelungenen Abschluss.

Die Schanzen auf dem Ruhestein sind von der Arbeitsgemeinschaft der Skivereine Baiersbronn und Mitteltal/Obertal getragen.

Schanzenchef ist Wolfgang Hammann, ehemaliger Abteilungskommandant der Feuerwehr seines Heimatdorfes Oberkollwangen. Mit Helfern, alle wie er ehrenamtlich im Einsatz, hat er das ganze Jahr über Arbeit. Reparaturen, Baumaßnahmen und Gerätewartung im Sommer löst der Winter mit den arbeitsintensiven Aufgaben des Beschneiens und Präparierens ab. "Ich will damit etwas für die Förderung meines Sohnes Petrick Hammann als Skispringer zurückgeben", erklärt er sein hohes Engagement in dem aufwendigen Ehrenamt.

Sohn Petrick hat sich nach ordentlichen, auch internationalen Erfolgen vor einem denkbaren Weg zum Profispringer für ein anderes Berufsziel entschieden.