Neubulach

Kommandant träumt von Drehleiter

von Steffi Stocker

Das zurückliegende Einsatzjahr war arbeitsreich für die Feuerwehr Neubulach. Bei der Hauptversammlung erinnerte Gesamtkommandant Cetin Karanci unter anderem an den Großbrand des Hotels Hirsch Ende Juni 2016.

Neubulach. Das Hotel am Eingang des historischen Stadtkerns war in der Nacht des 26. Juni in Flammen aufgegangen (wir berichteten). "Dabei erwies sich unsere Anhängerleiter als äußerst flexible Ausrüstung. Wir legen dem Gemeinderat nahe, bei einer eventuellen Neuanschaffung eine solche oder alternativ eine Drehleiter in Erwägung zu ziehen", riet Karanci. Zudem dankte er dem Gremium für die Bereitstellung der notwendigen Ausrüstung, um die Schlagkraft der Wehr zu stärken.

Technische Hilfeleistung überwiegt

Mit insgesamt 46 Alarmierungen mussten die fünf Feuerwehrabteilungen der Bergwerkstadt zu fünf Einsätzen mehr als im Vorjahr ausrücken. Zu den 14 Feuerstellem zählte auch der Wohnwagenbrand auf dem Campingplatz an den Weihnachtsfeiertagen (wir berichteten). Nach wie vor überwog aber die technische Hilfeleistung, zu der die Feuerwehrkräfte 25 Mal gerufen wurden.

Ende Mai gab es beispielsweise 16 Unwettereinsätze innerhalb von drei Tagen. "Deshalb ist die gute und umsichtige Arbeit aller Kameraden wichtig", betonte der Kommandant und lobte die Bereitschaft seiner Leute. Alle Einsätze gingen ohne Verletzungen in den eigenen Reihen über die Bühne. Ausschlaggebend dafür ist wohl die Teilnahme an Übungsstunden sowie die Aus- und Fortbildung der insgesamt 136 Aktiven in der Gesamtwehr.

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 100 Feuerwehrkräfte zu 13 Lehrgängen geschickt. Darüber hinaus nahmen 71 Personen an den jährlichen Belastungsübungen für Atemschutzgeräteträger teil. "Wir sind auf einem sehr guten Ausbildungsstand über alle Einsatzabteilungen hinweg", meinte Karanci. Als wichtigen Lernschritt zur Weiterentwicklung der Feuerwehr-Arbeit sieht er außerdem die Leistungswettkämpfe.

Einen Zuwachs um sechs auf jetzt 29 Nachwuchskräfte vermeldete die Jugendfeuerwehr. "Mit Bravour wurden die Jugendflammen eins und zwei abgelegt", berichtete Jugendleiter David Meissner.

Bürgermeisterin zeigt sich stolz

Der Feuerwehrnachwuchs kann zudem auf zahlreiche Dienststunden, aber auch auf Freizeitaktivitäten zurückblicken, bei denen Meissner von zehn Betreuern unterstützt wurde.

"Die Ressource Mensch muss mehr in den Blick und ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, als in den vergangenen Jahren", appellierte Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide an die Entscheidungsträger der Kommune. Der Wandel in der Arbeitswelt stelle die Verfügbarkeit von Feuerwehrleuten in den Abteilungen immer mehr infrage. "Bleiben Sie bei der Überarbeitung des Bedarfsplans am Zug, machen Sie Betroffene zu Beteiligten – immer mit dem Ziel der Sicherheit für die Bürger – und lassen Sie einen eventuellen Selbstzweck nur geringen Anteil an diesem Motor haben", bat Heide die politischen Entscheidungsträger.

Zuvor hatte Bürgermeisterin Petra Schupp die Untersuchung aller Feuerwehrhäuser auf Sanierungsbedarf, Um- und Ausbaumöglichkeiten angekündigt, um die Kosten festzustellen und Grundlagen für den Fahrzeugkauf zu schaffen. "Ich muss ehrlich sagen, dass ich beruhigt und erleichtert war, als ich in der für mich dramatischen Lage erlebte, wie kontrolliert und durchdacht der Einsatz absolviert wurde.

Ich bin sehr stolz auf Sie", lobte Schupp die Brandbekämpfung am "Hirsch" sowie das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute. Dieses hält bei Siegfried Rothacker und Andre Lux bereits seit 25 Jahren an. Für diese aktive Einsatzbereitschaft verlieh der Kreisbrandmeister den Feuerwehrmännern das silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg.