Neubulach

Druckluft gegen die mündlich angedrohte Schließung

von Sebastian Buck

Neubulach. Eine Feuerwehrabteilung, die im Zweifel nicht einsatzbereit ist, weil den Fahrzeugen der nötige Luftdruck fehlt, ist gelinde gesagt suboptimal. Doch ein ähnlicher Fall drohte der Neubulacher Wehr, weshalb sich Bürgermeisterin Petra Schupp nach einem Einsatz zur außerplanmäßigen Beschaffung einer Druckluftanlage genötigt sah.

Dies ließ sie sich nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung nachträglich absegnen. Auslöser war laut Schupp wohl eine mündliche Abmahnung von Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide am Rande eines Einsatzes. "Er hat gesagt, dass das Gerätehaus geschlossen wird, wenn wir da nicht nachrüsten", berichtete die Bürgermeisterin, deshalb habe sofort gehandelt werden müssen. Ein weiteres Problem in Neubulach: Die Feuerwehrmänner müssen sich im Gerätehaus umziehen – also mitten in den Abgasen, wenn die Fahrzeuge parallel laufen, um den nötigen Luftdruck aufzubauen.

"Die stehen da quasi im Vollsmog", hob Schupp die Zustände hervor. Gegen die Maßnahme selbst gab es keinerlei Widerstand, gegen die Aufforderung des Kreisbrandmeisters dann doch. "Ich finde das kein Stil von Heide, einfach zu sagen, dann machen wir euch zu", echauffierte sich Rat Ulrich Fleck (UWV). Auch bei einigen anderen Gemeinderäten löste der Umgang Unverständnis aus. Doch Schupp beendete das Brandmeister-Bashing und meinte: "In der Sache ist die Kritik ja richtig." Das sah auch Rat Bernd Schwarz (UWV) so, der darauf abhob, dass im Zweifel eben Minuten zählen, um Menschenleben zu retten: "Solange wir hier sitzen und nichts passiert, ist alles gut. Aber wenn wir mit der Maßnahme zwei Minuten früher raus können und dadurch Leben retten, dann sind die 8000 Euro ein Klacks."

Dem schlossen sich das Gremium an und segnete die Beschaffung nachträglich ab.