Neubulach

Brand in Mehrfamilienhaus: Ursache noch unklar

von Michael Bösel und Steffi Stocker

Neubulach - Die genaue Ursache des Brandes am Montag in einem Mehrfamilienhaus in der Neubulacher Badgasse in konnte bislang noch nicht geklärt werden.

Wie die Polizei mitteilt, haben Brandsachverständige des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Kriminaltechnikern des Kriminalkommissariats Calw den Brandort am Dienstagnachmittag untersucht.

Dabei konnte jedoch noch keine eindeutige Brandursache festgestellt werden. Hinsichtlich eines möglichen technischen Defekts dauern die Ermittlungen laut Polizei noch an. Dass es sich um eine vorsätzliche Brandstiftung handle sei unwahrscheinlich, da es dafür keine Hinweise gebe.

Noch keine endgültige Identifizierung erfolgt

Mit hoher Wahrscheinlichkeit handle es sich bei den beiden Menschen die ums Leben kamen um den in der Wohnung gemeldeten 42-jährigen Mann und seine 72-jährige Mutter. Bei den Obduktionen am Dienstagnachmittag habe sich gezeigt, dass der Mann durch eine direkte Brandeinwirkung, die Frau an einer Rauchgasvergiftung starb. Eine endgültige Identifizierung der beiden Personen stehe aber immer noch aus, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung.

Bei dem Brand haben außerdem neun Menschen verschieden starke Rauchgasvergiftungen erlitten. Je vier Personen wurden in den Kliniken Nagold und Calw stationär eingeliefert und ein weiterer Patient ambulant in Calw. In Nagold wurden drei davon bereits am Dienstag entlassen. Die vierte Person konnte am späten Mittwochnachmittag die Klinik verlassen. In Calw konnte ein Patient am Dienstag entlassen werden, die restlichen drei, zwei davon wurden über Nacht intensivmedizinisch überwacht, konnten die Kliniken Calw am Mittwoch ebenfalls verlassen, das teilt der Klinikverbund Südwest mit.

In Neubulach wird versucht, möglichst zeitnah Lösungen für die betroffenen Wohnungsinhaber zu finden. "Die meisten Wohnung werden schon bald wieder bezogen werden können und das Haus ist auch statisch in Ordnung", fasste Bürgermeisterin Petra Schupp im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten zusammen.

Notwendige Gegenstände geholt

Neben dem Statiker waren am Dienstagnachmittag auch die Bewohner in den Räumen. Sie konnten notwendige Gegenstände wie beispielsweise Kleidung und Schuhe herausholen. "Die meisten sind ja in Hausschuhen aus dem Haus geholt worden", erinnerte Schupp an die Situation während des Brandes am Montagabend. Noch am späten Mittwochnachmittag erwartete die Gebäudeverwaltung auch den Gutachter der Versicherung.

Danach rechnet die Bürgermeisterin mit den Reinigungen und Renovierungen der vom Ruß in Mitleidenschaft gezogenen Bereiche, die unter anderem auch die Gänge zwischen den Wohnungen betreffen.

Inzwischen wurde auch das vom Brand beschädigte Dach von einem ortsansässigen Zimmereibetrieb abgedeckt. "Da auch die Technik des Hauses unmittelbar unter dem Dach untergebracht ist, sollte es vor der Witterung geschützt sein", sagte Schupp zum raschen Einsatz der Handwerker. Sie entfernten dabei die verrußten Ziegel und das betroffene Dämmmaterial unter der Außenhaut. Nur zögerlich verfliegt indes der Brandgeruch rund um das Gebäude, an dem Feuer und Ruß sichtbar Spuren hinterließen.

Mit 18 Fahrzeugen und 110 Brandschutzkräften waren die Feuerwehren aus Neubulach, Altensteig, Calw und Wildberg bei dem Brand vor Ort, das Deutsche Rote Kreuz mit zwölf Fahrzeugen und 25 Rettungskräften, wie der Pressesprecher der Feuerwehr im Kreis Calw Udo Zink informierte.