Nagold

Wandern in der Lüneburger Heide

von Schwarzwälder Bote

45 Teilnehmer erlebten als Höhepunkt des Wanderjahres beim Schwarzwaldverein Nagold die Wanderwoche in der Lüneburger Heide.

Nagold. Nach einer langen Busfahrt erreichte die Wandergruppe am späten Nachmittag das Heidehotel in Müden-Faßberg, welches für die nächsten sieben Tage der Gruppe aus dem Schwarzwald als Stand-Quartier diente.

Bei der Wanderwoche wollten die SWV-ler die verschiedensten Charakteren der Heide erkunden. So führte die erste Wanderung in die Dübelsheide, was auf Hochdeutsch die Teufelsheide bedeutet. Die Dübelsheide ist eine der wenigen Wacholderheideflächen in der Lüneburger Heide. Auf dieser Tour wurde den Teilnehmern deutlich, wie schnell und ohne großen Übergang sich das Landschaftsbild von Heide, Wald und Landwirtschaft verändert und wandelt.

Der darauffolgende Tag war der Kultur und Technik gewidmet. Die Gruppe besuchte die alte Hansestadt Lüneburg und erkundete bei einer Stadtführung die Stadt mit ihren alten historischen Gebäuden. Zudem steuerte man das Schiffshebewerk in Scharnebeck zu einer Besichtigung und einer Schiffsfahrt durch das Hebewerk an. Dort wurde den Teilnehmern der Höhenunterschied zwischen dem Marschland und der Geest bewusst gemacht.

Luftbrückenmuseum beeindruckt sehr

Die Lüneburger Heide ist und war auch schon früher vom Militär stark genutzt. Faßberg ist unter anderem ein Stützpunkt der Luftwaffe. Das war auch schon während des zweiten Weltkriegs der Fall. Nach Kriegsende diente der Stützpunkt zur Versorgung Berlins während der Berliner Blockade als Start- und Landeplatz. Die Besichtigung und Ausstellung des Luftbrückenmuseums in Faßberg beeindruckte die Teilnehmer sehr. Anschließend wurde eine Visite im naheliegenden Otterzentrum in Hankensbüttel angesteuert. Der Fischotter spielt dort die Hauptrolle, doch diese Einrichtung zeigt die ganze heimische Tierfamilie der Marder. Die Tiere wurden durch die terminlichen Fütterungszeiten aus ihren Verstecken und Bauen herausgelockt. Diese Institution ist auf alle Fälle ein Besuch wert.

Am busfreien Tag ging es vom Haus aus weg. Durch Wald und Flur stießen die Wanderer auf den Fernwanderweg, den Heidschnuckenweg, welcher südlich von Hamburg beginnt, kreuz und quer durch die Lüneburger Heide verläuft und in Celle endet. Auf dem Heidschnuckenweg ging es entlang dem naturbelassenen Heideflüsschen Örtze in den typischen Heideort Müden weiter durch Wald und Heide zum Lönsgedenkstein. Hermann Löns, welchem das Denkmal gewidmet ist, schrieb einige bekannte Volkslieder aus und über die Heide.

Heidelandschaft und Kartoffelfest

Idylle pur fanden die Wanderer am Lönsgedenkstein vor, von der Heidelandschaft über ein typischen Schafstall und einer kleinen Heidschnuckenherde. Das war Lüneburger Heide wie aus dem Bilderbuch. Doch die heraufziehende Düfte vom darunter stattfindenden Kartoffelfest ließen die Wanderer weiterziehen. Auf dem Kartoffelfest drehte sich alles um die tolle Knolle.

Die Lüneburger Heide ist auch das größte Kartoffelanbaugebiet in Deutschland. Die Teilnehmer stärkten sich bei diversen Kartoffelgerichten.

Zur Heideblüte findet alljährlich in ein paar auserwählten Heideorten wie zum Beispiel in Meißendorf ein Heideblütenfest statt. Der Festumzug mit seinen heidegeschmückten Wagen und die Krönung der Heidekönigin stellte den Höhepunkt dieser Veranstaltung dar.

Am letzten Wandertag fand die Königstour statt. Die Gruppe fuhr von Faßberg nach Niederhaverbeck zum Ausgangspunkt der letzten Wanderung. Für die Älteren und Wenigwanderer wurden Kutschen gebucht. Höhepunkte waren die Heidelandschaft am Wilseder Berg und der Totengrund, sowie das autofreie Heidedorf Wilsede.

Zuhause angekommen hieß es Koffer packen. Den letzten Abend beendete man mit Rückblick auf die Woche, ein Dankeschön an das Wanderführerduo Birgit Damke und Hartmut Köhler, dem Busfahrer Otto Schuler sowie dem Hotelteam.