Nagold

Traumköche und Träumer verzaubern das Publikum

von Schwarzwälder Bote

Nagold. Gleich zweimal war das Musical "Toms Traum" des Musikpädagogen Gerhard A. Meyer im gut besuchten Kubus zu sehen und zu hören. Toll, was sich unter Leitung von Thomas Kalmbach und Andreas Schäfer (Regie) in den intensiven Proben entwickelt hatte. Zu Beginn der Probenphase war auch Christine Wald noch im Leitungsteam. Die Schüler waren sehr präsent, spielten und musizierten sehr überzeugend: gemein, charmant, verzweifelt, herrschsüchtig, liebevoll.

An manchen Schulen werden solche Musicals mit Playback aufgeführt, nicht so am Otto-Hahn-Gymnasium: Christine Wald und Thomas Kalmbach hatten einige Stücke für gemischtes Ensemble arrangiert (Julia Saier und Felix Weitbrecht, Flöte; Samuel Theumer, Finn Weitbrecht, Trompete; Timo Koch, Posaune; Rebecca Waidelich, Gitarre; Tina Egner am Keyboard-Bass; Lars Rauleder am Schlagzeug und ganz hervorragend Johannes Gneiting aus der Kursstufe I am Piano).

Eine kurze Einführung in das Geschehen machte Anouk Borbély selbstbewusst und charmant. Die Handlung lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: In der Träumeküche werden Alpträume für den armen Tom (Tobias Schauberer) gebraut. Tom ist schlecht in Mathe, wird von seinen Mitschülern gemobbt und ist in ein scheinbar unerreichbares hübsches Mädchen – Lisa (Marie-Christin Ließek) – verknallt. An Toms Seite ist immer nachts Toms köstlicher Teddybär (Tim Niess).

Als die Chefköche (Lea Leukam und Mattis Buchali) außer Haus sind, übernimmt der Küchenlehrling Felicia (Rebecca Waidelich) das Kommando und braut plötzlich angenehme Träume, die die Traumelfen (Leonie Baitinger, Line Keppeler und Naemi Rinderknecht) ausliefern. Die Küchenhelferinnen (Anna Hartmann, Merle Küster und Sinja Röttgen) assistieren dem Lehrling. In der Küche – also auf der Bühne – geht es turbulent zu: Da werden sogar Purzelbäume geschlagen.

Plötzlich tauchen die Elfen in der Schule auf und verzaubern die strenge Mathelehrerin

Selbstverständlich dauert es ein wenig bis zum Happy End: Immer wieder verfolgen die Traummonster in ihrem Monstertaxi den schlafenden Tom (Jara Dengler, Lara Günther, Laura Krutz, Natalie Möller, Lena Reinholz, Stephanie Schüler). Es ist ein Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit. Plötzlich tauchen die Elfen in der Schule auf und verzaubern die strenge Mathelehrerin (Emilie Duparay). Statt Gleichungen zu lösen wird plötzlich jongliert, die Stunde hört früher auf, Hausaufgaben gibt es keine. Als sich die bösen Jungs (Hannes Schittenhelm, Leonardo Peri, Leandro Schittenhelm und Elias Ganczar) in einem unbeobachteten Moment Tom vorknöpfen wollen, greifen die Elfen ein und die Jungs erstarren. Kurz darauf heißt es "so, jetzt könnt ihr weitermachen" und die lässigen Jungs hauen sich, verzaubert von den Elfen, gegenseitig k.o. Auch diese Szene wurde vom Regisseur Andreas Schäfer sehr überzeugend angelegt.

Das Bühnenbild wurde von Schülern der 6b noch sehr kurzfristig, aber wunderschön, gestaltet. Das Traumtaxi wurde von den Monstern selbst designt.

Beim Abschlusslied standen nahezu alle auf der Bühne, das Publikum forderte vehement eine Zugabe. Der gute Sound wurde von Tamara Pirslin – Cheftechnikerin am OHG – mit ihren Assistenten Jannik Vollmer, Daniel Ghasemi und Aaron Schaible gemixt.

Im Schulcurriculum der Musikzugklassen 6 wird die dritte Stunde immer als Projektstunde genutzt, in der ein Musical geprobt und öffentlich aufgeführt wird. Somit haben die Schüler weniger regelmäßigen Nachmittagsunterricht und zum Ende des Schuljahres einen musikalischen Höhepunkt für die ganze Familie.