Nagold

"Taki" tritt Gemeinderats-Amt nicht an

von Sebastian Bernklau

Nagold-Hochdorf - "Ich bin kein Grieche, ich bin kein Deutscher", sagt Christos Karypidis, von fast allen nur "Taki" genannt. "Ich bin ein Hochdorfer." Und für sein Hochdorf wollte er nach dem Votum der Wähler im Gemeinderat kämpfen. Doch sein Körper macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

1991 kommt der in Erlangen bei Nürnberg geborene Taki nach Nagold, lässt sich in Hochdorf nieder. Er beginnt in der Gastronomie zu arbeiten, in der – inzwischen abgerissenen "Traube", die für mehr als 20 Jahre seine berufliche Heimat wird. Erst ist er Angestellter, dann übernimmt er die "Traube". Er wird eine gastronomische Institution in Nagolds größtem Teilort. "Hier in Hochdorf habe ich fünf Generationen an Gästen bei mir gehabt", erzählt der 52-Jährige stolz. "Seit fast 30 Jahren."

Ein Teil dieser Gäste sind die Jusos aus der näheren und weiteren Umgebung. Sie treffen sich regelmäßig bei Taki, dessen Familie aus Saloniki stammt und der bis heute Fan des Fußballclubs PAOK Saloniki ist. Der Kontakt mit der Sozialdemokratie ist also lange gewachsen. Er kandidiert für sie. Wird in den Ortschaftsrat gewählt. Tritt zweimal vergeblich auch bei der Gemeinderatswahl an.

Der dritte Anlauf

Als es im vergangenen Sommer darum geht, Kandidaten für die Kommunalwahl zu finden, kann sich Daniel Steinrode auf Taki verlassen. Der hat zwar eine tückische Krankheit hinter sich gebracht. Fühlt sich aber gesund.

Und geht zum dritten Mal ins Rennen um ein Gemeinderatsmandat. Und dieses Mal erfolgreich. Er bekommt das Mandat der Wähler. "Es gibt keine größere Ehre, als von den Bürgern so gewählt zu werden", sagt er. Doch sein Körper macht ihm einen schmerzhaften Strich durch seine Pläne. Die Krankheit kehrt wieder zurück. Raubt ihm viele Kräfte.

Viele Gespräche gibt es bei den Nagolder Sozialdemokraten, auch mit Daniel Steinrode, mit dem ihn eine Freundschaft verbindet. Man versucht eine Lösung zu finden. Doch Taki trifft eine klare Entscheidung, allem Stolz zum Trotz über das bei der Wahl Erreichte: "Es tut mir leid, dass ich das Amt nicht annehmen kann", sagt er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten in seiner Gaststätte, der "Krone" in Hochdorf, die er 2013 übernommen hat.

Daniel Steinrode bedauert diese Entscheidung sehr. "Auch dank Taki haben wir Sozialdemokraten ein solches Ergebnis erreicht", so der SPD-Fraktionschef im Nagolder Gemeinderat. "Er wäre ein guter Vertreter für Hochdorf und ein großer Gewinn für uns gewesen. Aber diesen Weg jetzt so zu gehen, ist für ihn ganz persönlich besser."

Für den griechischstämmigen Hochdorfer wird der Pfarrer Daniel Geese nun in den Nagolder Gemeinderat einziehen.