Nagold

Sorgen um Sicherheit: Polizei verstärkt Streifen

von Roland Buckenmaier

Nagold - Die Stadt Nagold denkt über die Einstellung eines zusätzlichen Vollzugsbeamten nach. Grund ist die laut OB Jürgen Großmann "subjektiv" empfundene Sicherheitslage – vor allem im Stadtpark Kleb.

Es ist Alltag im Stadtpark: In den Abendstunden treffen sich hier junge Männer, oft sind es Flüchtlinge, in kleinen Gruppen. Meistens ist Alkohol mit im Spiel. In den Augen von Freie Wähler-Stadtrat Helmut Blaich ist der Kleb zum "Brennpunkt" geworden. Viele Frauen, die auf dem Teufel-Areal geparkt hätten, würden sich deswegen nicht mehr durch den Park trauen. In der jüngsten Ratssitzung stellte er die Frage in den Raum: "Was tun?"

Stadtoberhaupt Jürgen Großmann versicherte, dass sich der städtische Ordnungsdienst und die Polizei bereits dem Thema angenommen hätten und verstärkt in den Abendstunden kontrollieren würden. Großmann warb zugleich für Toleranz: "Es sind unterschiedliche Kulturen." Die Gefahrenlage sei subjektiv: "Stichwort Anmache. Da gibt es einen Graubereich." Im Zweifelsfall würde man aber einschreiten oder gar einen Platzverweis erteilen. Insgesamt sei es erfreulich, dass die Besucherfrequenz im Kleb gestiegen sei: "Mit den steigenden Frequenzen mehren sich aber auch die Probleme", sagte Großmann gegenüber unserer Zeitung.

Das Stadtoberhaupt plädierte im Gemeinderat dafür, "einen Versuch zu wagen und unsere Ortspolizeibehörde für diesen Sicherheitsbereich um eine Stelle aufzustocken". Eine Uniform zeige mehr Wirkung.

Nagolds Revierleiter Klaus Armbruster pflichtet bei: "Die Fußtreifen kommen bei der Bevölkerung sehr gut an. Und die Kollegen machen’s in Nagold auch gern." Zugleich verwies der Polizeichef im Gespräch mit unserer Zeitung aber auf wissenschaftliche Untersuchungen – mit der paradoxen Erkenntnis: "Wenn verstärkt Streifen unterwegs sind, fühlen sich manche Leute noch unsicherer."

Anzeigen wegen Belästigungen oder gar sexuellen Annäherungen habe es in den vergangenen Monaten in Nagold aber nicht gegeben, so Armbuster. Auffällig seien hingegen die Rauschgiftdelikte: Alle zwei Wochen registriere man – vor allem im Kleb – ein Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Wobei die vornehmlich schwarzafrikanischen Kleinkriminellen "so strukturiert sind, dass sie zu Gegenobservationen greifen: Wenn wir in Uniform kommen, haben wir gar keine Chance."