Nagold

Forst kämpft gegen allerlei Tiere

von Heiko Hofmann

Nagold - Zu warm, zu trocken, zu kalt: Kein Verwaltungszweig der Stadt Nagold ist mehr auf das richtige Klima angewiesen als der städtische Forst. Doch auch der Wald unterliegt kommunalen Planungen. Der Verwaltungsausschuss stimmte den Plänen für das kommende Jahr zu.

Von den Winterorkanen über den Borkenkäfer bis hin zum Wildverbiss reichte die Palette, über die Nagolds Stadtförster Klaus Kälber und Hubert Halter sowie Johannes Fünfgeld von der Forstamtsaußenstelle des Landratsamtes in Nagold berichteten. Und die angesprochenen Themen machen eines deutlich: Einfach ist es nicht, einen Wald wirtschaftlich zu planen. Jahr für Jahr haben es die Forstleute mit Zufällen und Unberechenbarkeiten zu tun.

Der Finanzhaushalt

Das Jahr 2017 schließt mit einem Plus von 85 000 Euro ab, geplant waren 18 000 Euro. Der Plan für 2018 sieht ein Plus von 12 500 Euro vor; derzeit gehen die Forstleute von einer planmäßigen Erfüllung aus. Für den kommenden Haushalt 2019 geht man von den gleichen Randbedingungen aus, geplant wird mit einem Gewinn von 12 500 Euro.

Biologische Situation

Wie bereits 2017 startete auch 2018 viel zu trocken. Die Folgen: Die Jungpflanzen tun sich schwer, geschwächte Bäume sind für den Borkenkäfer anfälliger. Im extrem warmen April kam es zu einem frühen großflächigen Befall mit rindenbrütenden Borkenkäfern, den die Fachleute als "erschreckend" bezeichneten. Der Schädlingsbefall nahm 2017 zu, auch wegen der durch Trockenheit gestressten Waldbäume. Der Anteil zufälliger Nutzung am Einschlag betrug im vergangenen Jahr 30 Prozent – das ist das zwei- bis dreifache gegenüber klimatisch eher normalen Jahren.

Holzeinschlag

Der Plan sieht einen Holzeinschlag pro Jahr im Nagolder Stadtwald von 10 000 Festmetern vor. Bereits jetzt sind etwa zehn Prozent dieser Fläche durch zufällige Nutzung erreicht worden – vor allem wegen zweier Orkane im Januar. Mit 10 000 Festmetern Einschlag wird auch für das kommende Jahr geplant. Die Nachfrage ist konstant. Der Anteil der Fichte am Einschlag nimmt stetig ab, Laubholz ist gefragter.

Wildschweinplage

Im Süden und im Norden des Nagolder Stadtwal des gibt es seit Jahren größere Probleme mit Schäden, die von Wildschweinen angerichtet werden. Dabei berichtete Hubert Halter von einer imposanten Abschusszahl: Die Zahl der prämierten Wildschwein-Abschüsse stieg von 33 im Jahr 2013 auf 123 im Jahr 2017. Dennoch hält das Thema den Forst weiter auf Trab. Die Situation verbessert sich kaum. Man versuche zu mehr gemeinsamen Drückjagden zu motivieren.

Gefährliche Wildschweine?

Ob Wildschweine auch Menschen gefährlich werden können, wollte Brigitte Loyal wissen. Die Förster winken da im Grunde ab. Am größten sei die Gefahr für die Jäger. Wenngleich auch Klaus Kälber noch den Tipp für alle Waldspaziergänger gab: "Vielleicht sollte man nicht gleich neugierig zu der Hecke laufen, wenn es da grunzt und quiekt. Am besten einfach weiterlaufen."

Eichenprozessionsspinner

Nicht nur mit Borkenkäfern und Wildschweinen hat der städtische Forst zu tun. Auch beim Auftreten des Eichenprozessionsspinners werden sie aktiv. Genauer gesagt: Das Ordnungsamt wird aktiv und beauftragt unter anderem einen Fachmann mit dem Absammeln der giftigen Raupen in den betroffenen Gebieten. Ein sehr anfälliges Gebiet ist beim Hochdorfer Sportplatz, wo auch jetzt wieder der Eichenprozessionsspinner entdeckt wurde. Gerade auch im Hinblick auf den bald stattfindenden Libella-Cup gibt es eine Bekämpfung durch den Fachmann. Ansonsten gilt: von den befallenen Flächen Abstand halten. Die Haare der imposant aussehenden Raupe des Eichenprozessionsspinners können nämlich fiese Ausschläge und allergische Reaktionen auslösen.