Nagold

Feuerwehr-Jubiläum ein voller Erfolg

von Uwe Priestersbach

Nagold-Vollmaringen - Nach drei Festtagen nonstop war Timo Müssigmann am Montag zwar müde, aber auch rundum glücklich. "Das war ein perfektes Jubiläumsfest, und die Planungen haben sich gelohnt", machte der Vollmaringer Feuerwehrchef deutlich.

Aber man feiert ja auch nicht alle Tage das 150-jährige Bestehen einer Feuerwehr. Und darauf war die Feuerwehr in Vollmaringen jetzt stolz, und wieder mal zogen alle im Nagolder Stadtteil an einem Strang. Nach dem feierlichen Festakt am Freitag stand am Samstag eine Jubiläumssause im Festzelt auf dem Programm. Doch zunächst versammelten sich mehr als 600 Feuerwehrangehörige aus der Region auf dem Dorfplatz – und nach einigen Grußworten setzte sich der Fahnenmarsch zum Festzelt in Bewegung; musikalisch vom Vollmaringer Musikverein und dem Fanfarenzug aus Stammheim begleitet. "Das war schon ein beeindruckender Festzug", freute sich Timo Müssigmann. Kein Wunder, dass es anschließend im proppenvollen Festzelt hoch her ging. Wie schon 2011 beim Kreismusikfest in Vollmaringen stand ein bayerisch-uriger Partyabend mit den "Jetzendorfer Hinterhofmusikanten" auf dem Programm – und die sorgten für eine Superstimmung im Zelt.

"Mit so einem Andrang hatten wir gar nicht gerechnet"

Einen weiteren Höhepunkt bildete der Familiensonntag, bei dem die Nagoldtalmusikanten einen zünftigen Frühschoppen gestalteten, während Festkoch Stephan Kapp und sein Team alle Hände voll zu tun hatten. Die Gündringer Trachtenkapelle stand am Nachmittag mit flotter Unterhaltungsmusik auf der Bühne. "Der Familiensonntag war überragend. Mit so einem Andrang hatten wir gar nicht gerechnet", machte Timo Müssigmann deutlich.

Wenn die Feuerwehr ein Jubiläum feiert, dürfen schmucke Feuerwehr-Oldtimer nicht fehlen. Und so hatte Helmut Falb eine nicht alltägliche Fahrzeugschau mit historischen und aktuellen Feuerwehrfahrzeugen organisiert. Ein echter Hingucker war vor allem die historische Bezirksfeuerspritze der Herrenberger Feuerwehr. Die war 1931 für das gesamte Oberamt Herrenberg angeschafft worden und kam im Zweiten Weltkrieg auch nach den Luftangriffen der Alliierten zum Löscheinsatz. "Das Fahrzeug ist praktisch nach wie vor im Originalzustand", machte der frühere Calwer Kreisbrandmeister Gerhard Berger deutlich – der 1959 seinen Feuerwehrdienst in Herrenberg angetreten hatte und dort heute der Alterswehr angehört. Zusammen mit Rudolf "Lupo" Wolf war er mit der Bezirksfeuerspritze nach Vollmaringen gekommen. "Das Fahrzeug wurde vor der Fahrt natürlich noch mal richtig poliert", so Berger.

Eindrucksvoll war dabei ebenso ein 50 Meter hoher Teleskopmast der Werksfeuerwehr von Mercedes Benz oder der sogenannte Rüstwagen Schiene der Eutinger Feuerwehr – der wahlweise auf der Schiene oder auf der Straße gefahren werden kann. Daneben präsentierte die Feuerwehr noch die Gefahren eines Fettbrandes, und die Abteilung Stadt simulierte den Einsatz nach einem Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen.