Nagold

Es geht auch um die Pfarrstellen

von Schwarzwälder Bote

Die beiden Synodalkandidaten von "Evangelium und Kirche", André Bohnet und Theo Sinner, kommen nach Schietingen und Rotfelden. Dabei geht es auch um Pfarrstellen vor Ort.

Nagold-Schietingen/Ebhausen-Rotfelden. "Für jedes Gemeindemitglied muss klar nachzuvollziehen sein, welcher Pfarrer oder welche Pfarrerin im Fall der Fälle zuständig ist. Und dieser Pfarrer darf dann nicht 30 Kilometer entfernt sein." André Bohnet bekommt es am eigenen Leib zu spüren.

Er ist nicht nur Ortspfarrer in Calmbach, sondern hilft überall dort aus, wo es gerade brennt. In immer mehr Pfarrhäusern drohen die Lichter auszugehen, und der nördliche Schwarzwald ist für den jungen Nachwuchs nicht die erste Wahl. "Dabei hat gerade unsere Region viel zu bieten, dafür und für die Zukunft lohnt es sich zu engagieren. Ich bin neugierig und will mich umhören, wie es in den Gemeinden aussieht. Welche Herausforderungen warten beispielsweise in Schietingen und Rotfelden auf Lösungen?"

Am 1. Dezember werden die Mitglieder der Landessynode der Württembergischen Evangelischen Landeskirche neu gewählt. Im Kirchenparlament geht es um die Verteilung des Kirchensteueraufkommens und der Pfarrstellen. Mit Pfarrer André Bohnet (Bad Wildbad-Calmbach, 33 Jahre) und Theo Sinner (Wildberg-Effringen, 18 Jahre) gehen für den Gesprächskreis "Evangelium und Kirche" im Wahlkreis Calw-Nagold-Neuenbürg zwei junge Kandidaten ins Rennen. Sie nutzen die Sommerferien, um sich vor Ort über Zukunftsfragen, die auf die Kirchengemeinden zukommen, zu informieren. "Da gibt es sicher auch viele Anregungen, die für andere Kirchengemeinden von Nutzen sind", meint Theo Sinner. Unter dem Motto "Zukunft gestalten" liegen ihnen die Themen "Klimawandel" und Strukturfragen in der Kirche ganz besonders am Herzen. Ihr Herz schlägt für eine Offenheit für vielfältige Glaubens-, Frömmigkeits- und Lebensformen.

Am Donnerstag, 29. August, kommen beide um 10.45 nach Schietingen (Kirche) und sind um 12.15 Uhr in Rotfelden (Kirche). Sie freuen sich auf Begegnungen und Gespräche.

Der Gesprächskreis "Evangelium und Kirche" gilt in der für sechs Jahre gewählten Landessynode als eine Gruppierung mit theologischem Profil und sieht sich als Ausgleich zwischen verschiedenen Positionen. Manchmal ist er mit seinen derzeit 15 Synodalen (bei 90 direkt gewählten Mitgliedern der Landessynode) das "Zünglein an der Waage" bei kontrovers diskutierten Entscheidungen, wie zum Beispiel bei der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Wahlberechtigt für die Landessynode sind alle Gemeindeglieder, die am Wahltag das 14. Lebensalter erreicht haben.