Nagold

Die Stocher-Saison ist eröffnet

von Uwe Priestersbach

Nagold - Rechtzeitig vor der Landesgartenschau wurde auf Nagold und Waldach die Stocherkahn-Saison eröffnet. Bereits vor drei Jahren hatte die Stadt Nagold auf Initiative von Ulrich Hartmann einen gebrauchten Stocherkahn erworben. Am Wochenende feierte ein nagelneuer Stocherkahn seinen »Stapellauf« an der Nagold.

Während der Landesgartenschau können die Besucher Nagolds nun also mit zwei Stocherkähnen auf der Nagold fahren – anschließend wird der ältere Stocherkahn ausgemustert.

»Ich wünsche mir, dass die Leute Spaß haben und dass sich die Stocherkähne zu einer touristischen Attraktion entwickeln«, erklärte der Arzt und Gemeinderat Ulrich Hartmann vor der Jungfernfahrt. Nicht unerwähnt ließ er allerdings auch, dass zahlreiche Genehmigungen für den Bootssteg und die Benutzung der Nagold als »Fährbetrieb« notwendig waren.

»Sehr gute Ideen brauchen Menschen, die sie umsetzen«, betonte Bürgermeister Hagen Breitling. Außerdem fand er es erfreulich, dass dieses Tübinger Kulturgut nun auch auf der Nagold für eine touristische Bereicherung sorgt, und ist überzeugt, »daran werden sich die Besucher Nagolds erfreuen«.

Seit seiner Tübinger Studentenzeit hat sich Ulrich Hartmann die Begeisterung für das Stochern bewahrt. Und weil er seit etlichen Jahren direkt an der Nagold wohnt, war der Gedanke schon vor einigen Jahren gereift, dass man auf der Nagold ebenfalls mit dem Stocherkahn fahren könnte. Eine Probefahrt brachte 2009 die Gewissheit, dass Nagold und Waldach sich auf einer Länge von rund 800 Metern vom Untergrund und Wasserstand her gut für das Stocherkahnfahren eignen. Und so wurden von der Stadt seinerzeit 1200 Euro investiert, um einen von Zimmermeister und Stocherkahnbauer Rudolf Raidt aus Hirschau restaurierten Stocherkahn anzuschaffen, der zuvor bereits einige Jahre auf dem Neckar in Tübingen seinen Dienst geleistet hat.

»Das muss man schon erst mal lernen, denn das Stocherkahnfahren ist eine kippelige Geschichte«, weiß Hartmann, der seine ersten Erfahrungen als Stocherkahnfahrer bereits 1969 in Tübingen auf dem Neckar machte. Und schon vor drei Jahren schwebte ihm zur Landesgartenschau die Anschaffung eines zweiten Kahnes vor – ein Wunsch der jetzt in Erfüllung ging und Ulrich Hartmann strahlte regelrecht, als der neue Stocherkahn nun zu Wasser gelassen wurde.