Nagold

Gärtner gewinnt Wettbewerb auf Bundesgartenschau

von Katja Fuchs

Nagold - Hannes Mattenklott aus Nagold und sein Teamkollege Simon Hummel sind die besten Nachwuchs-Landschaftsgärtner in ganz Baden-Württemberg. Im September vertreten sie das Land dann in einem weiteren Wettbewerb auf Bundesebene.

Mit ein wenig Unkraut jäten und Blümchen pflanzen ist es lange nicht getan, wenn man auf der Bundesgartenschau in Heilbronn beim Landschaftsgärtner-Cup Baden-Württemberg gewinnen will. Die sechs besten Teams aus dem Bundesland traten bei dem Nachwuchswettbewerb gegeneinander an. Von den Berufsschulnoten über die Zwischenprüfungen sei jede Bewertung der Ausbildung in die Entscheidung eingeflossen, welcher junge Gärtner antreten darf. Jedes ausgewählte Team gestaltete dann eine drei Quadratmeter große Gartenfläche mit zweihäuptiger Mauer, Belagsfläche aus Natursteinmosaikpflaster, einem Plattenbelag und einer Bepflanzung nach eigener Idee – und das alles in nur sieben Stunden. "Das fühlt sich an, wie Hochleistungssport", sagt Hannes Mattenklott vom Garten- und Landschaftsbau "Team Grün" in Elzach, der zusammen mit seinem Teamkollegen alle Hände voll zu tun hatte. "Aber man muss einfach dran bleiben."

"Den Tag werde ich so schnell nicht vergessen."

Der Biss hat sich letztlich ausgezahlt. Die beiden standen nach souverän gemeisterter Prüfung ganz oben auf dem Siegertreppchen. Geahnt habe er das nicht. "Einen Tag vorher haben wir einen Plan bekommen, den wir mit unseren Ausbildern besprechen durften", erklärt der junge Landschaftsgärtner. Man habe also nur 24 Stunden für die Vorbereitungen gehabt. "Am Eröffnungstag der Bundesgartenschau ging es dann um 8 Uhr für uns los." Die Gäste seien erst gegen 9 Uhr eingetrudelt. Die Bundesgartenschau in Heilbronn sei für sich ein Erlebnis gewesen, schwärmt Mattenklott. "Die Gärten sind ein Traum und es ist beeindruckend, wie viele Leute dort sind. Ich habe noch nie so viele Fotografen auf einem Fleck gesehen." Auch Bundespräsident Steinmeier und Ministerpräsident Kretschmann seien vorbei gekommen. "Den Tag werde ich so schnell nicht vergessen."

Als es dann an die Arbeit ging, kamen die jungen Männer kräftig ins Schwitzen. "Ich habe zum Beispiel die Mauer gemacht, hatte aber nur einen Stein in Reserve", erinnert sich Mattenklott. "Wäre also bei zwei Steinen etwas kaputt gegangen, hätte ich ein Problem gehabt." Trotz Hochspannung habe aber alles geklappt. "Wir dachten nur die ganze Zeit, wir liegen hinten", sagt er. "Alle anderen Teams waren viel schneller." Dafür scheint das Endergebnis des Nagolders und seines Kollegen aber umso präziser und detailreicher gewesen zu sein.

Neun Bewerter habe es gegeben, die die sehr unterschiedlichen Ergebnisse beurteilten. "Für die drei besten Teams gab es eine Kiste mit allem darin, was ein Gärtner braucht. Und natürlich die wertvolle Erinnerung."

Im ersten Ausbildungsjahr dürfen die Nachwuchskräfte noch nicht beim Wettbewerb mitmachen, aber auch damals hat Mattenklott schon mit dem Gedanken geliebäugelt. In seinem zweiten Jahr hat er sich zusammen mit seinem Kollegen Simon Hummel nun endlich beworben. Wenn Mattenklott im Juli mit der Ausbildung fertig ist, überlegt er, erst einmal zu verreisen. "Da ist aber noch nichts geplant", verrät er, "denn im September steht ja erst einmal der Bundeswettbewerb an."