Meßstetten

Thomas Wizemann ist neuer Ortschef

von Karina Eyrich

Letztlich unerwartet zügig hat der Ortschaftsrat Hossingen in seiner konstituierenden Sitzung einen neuen Ortsvorsteher und dessen Stellvertreter gewählt. Thomas Wizemann steht künftig an der Spitze, Jürgen Wagner ist sein Vize.

Meßstetten-Hossingen. Die Voraussetzungen waren so günstig nicht gewesen für die Wahl eines neuen Ortsvorstehers für Hossingen: Erst Anfang des Jahres hatte Harald Eppler diesen Posten abgegeben, und sein Nachfolger Thomas Neher gehört dem neuen Ortschaftsrat ebenso wenig an wie dessen Stellvertreter Daniel Pflumm, die Bürgermeister Frank Schroft – flankiert von Hauptamtsleiter Thomas Berg und dessen Stellvertreter Tobias Böttner – in der letzten Sitzung des bisherigen Gremiums am Mittwochabend ebenso verabschiedete wie Georg Nufer: Der hatte dem Ortschaftsrat fünf, Pflumm zehn Jahre und Neher drei Jahre angehört. Der Stadt war das eine Urkunde und Präsentkörbe wert, dem Bürgermeister eine herzliche Dankesrede für das Engagement der drei Männer, wobei er besonders Thomas Neher hervorhob: Er habe sich schnell und gut eingearbeitet, obwohl er sehr kurzfristig das Amt habe übernehmen müssen, betonte Schroft.

Nach der Kommunalwahl im Mai hatten die Ortschaftsräte also erneut Ausschau halten müssen nach einem Steuermann – und wurden unter den Neuzugängen fündig: Thomas Wizemann, 52 Jahre alt, verheiratet und im Brotberuf Werkzeugmacher, stand als einziger auf der Vorschlagsliste und wurde ebenso einstimmig gewählt wie sein künftiger Stellvertreter Jürgen Wagner. Die Blicke von Schroft, Berg und Böttner verrieten, dass selbst sie – bestimmt hatten sie schon vor der Sitzung mal den Daumen in den Wind gehalten – kaum mit einer so zügigen und einmütigen Wahl gerechnet hatten.

Geheime Wahl – und trotzdem einstimmig

Dass auf Antrag eines Ratsmitglieds geheim gewählt wurde, macht den Vertrauensbeweis um so eindrucksvoller, und Thomas Wizemann vergaß nicht, seinen Dank dafür entsprechend anzupassen. "Vieles ist neu für mich", sagte er und bat um angemessene Einarbeitungszeit und die Unterstützung der anderen Räte – neben Wagner sind das Michael Bodmer, Monika Bodmer, Dominik Gemlin, Sven Groß, Regine Huber, Carola Schneider und Sandy Schuler-Eppler. Letztere wählten die Räte zusammen mit Monika Bodmer und Dominik Gemlin zu Unterzeichnern der Ratsprotokolle. Schriftführerin Regine Huber wird sie verfassen. Hinderungsgründe für den Amtsantritt der Neuen hatte das bisherige Gremium zuvor keine gesehen.

Thomas Neher nutzte seine letzte Sitzung, um Bilanz der vergangenen fünf Jahre zu ziehen – eine stolze, wie sich herausstellte: Das neue Domizil für Schule und Feuerwehrgerätehaus zählte er auf, die Komplettsanierung der German-Götz-Straße – "da gab’s viel zu tun!" – und den Endausbau des Wohngebiets Ödertal II, zehn Jahre nach dem Bau der ersten Wohnhäuser.

Der Vereinssaal sei nun ein Jugendraum, der Nutzungsvertrag für das Kleinspielfeld mit dem TSV Hossingen in trockenen Tüchern, der Bolzplatz auf dem Bol fertig und die neue Festhallenküche eingebaut: "Ein Riesen-Schritt nach vorne, was die Bewirtung betrifft", resümierte Neher.

Noch nicht abgerissen seien die beiden leer stehenden Häuser, welche die Stadt gekauft hatte, um Möglichkeiten zur Neugestaltung des Dorfplatzes zu gewinnen. Was am Denkmalschutzamt liege, wie Frank Schroft erklärte; der Bürgermeister forderte die Räte aber vorsichtshalber schon mal auf, Ideen für die Platzgestaltung zu sammeln. Kein Amtsschimmel rennt ewig.

Auch die schwerste Stunde der zurückliegenden Amtsperiode sparte Neher nicht aus: 2017 hatte der Ortschaftsrat den langjährigen Ortsvorsteher Joachim Scheurer auf seinem letzten Weg begleitet.

Überrascht zeigte sich der scheidende Ortsamtschef von der guten und reibungslosen Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Da habe er anderes befürchtet, aber bei jedem Anliegen ein offenes Ohr und schnelle Hilfe gefunden.

"Kommen Sie – Sie finden ein offenes Ohr!"

Beides zu suchen, dazu ermunterte Frank Schroft die neuen Räte ausdrücklich, ebenso wie Thomas Wizemann es mit Blick auf die Bürger tat. Nicht zuletzt lobte der Schultes die Hossinger für die hohe Wahlbeteiligung im Mai: 62,7 Prozent – 7,5 Prozentpunkte mehr als 2014: das sei starker Rückenwind für die Ortschaftsräte.