Meßstetten

Im Vergleich zu Land und Landkreis liegen Zahlen höher

von Christoph Holbein

Meßstetten. Die Kriminalitätsbelastung für 2016 ist – berechnet auf 100 000 Einwohner – mit einem Wert von 5930 in Meßstetten im Durchschnitt höher als im Land Baden-Württemberg und im Zollernalbkreis. Das führt Harald Fritz, Leiter des Polizeipostens Meßstetten, vor allem auf die Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge zurück, durch die im vergangenen Jahr 5314 Menschen geschleust worden sind. Die Zahl von 751 Straftaten – bei einer Aufklärungsquote von 45,3 Prozent – sei dennoch nicht beängstigend, weil trotzdem ein Sicherheitsgefühl bei der Bevölkerung vorhanden sei, betonte Fritz, der dem Meßstetter Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung den Bericht über die Kriminalitätsentwicklung und Sicherheitslage 2016 in Meßstetten vorlegte.

2015 hatte die Polizei 874 Straftaten zu verzeichnen, während es ein Jahr zuvor 232 Delikte waren. Die "Ausreißer" liegen unter anderem in den Straftaten innerhalb der Lea unter den Asylbewerbern begründet. In der Landeserstaufnahmestelle gab es 2016 allein 196 Straftaten, die jedoch keine Außenwirkung hatten, wie Fritz erläuterte. 430 Delikte lagen in Meßstetten vor, 35 im Bueloch, in den Stadtteilen gingen die Zahlen zumeist zurück, lediglich in Unterdigisheim gab es einen Anstieg auf 20 Straftaten.

Der Postenleiter zeigte sich zuversichtlich, auch angesichts einer wieder gestiegenen Aufklärungsquote, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Delikte wieder weiter zurückgehe. Rund die Hälfte der Taten waren Diebstähle, vor allem einfacher Diebstahl mit 360 Fällen. In der Lea waren es vor allem Rohheitsdelikte und Vermögens- und Täuschungsdelikte. "Wir werden sehen, wenn die Lea geschlossen ist, wie sich die Zahlen nivellieren werden", prognostizierte Fritz.

2016 ermittelte die Polizei 314 Tatverdächtige, darunter 238 Erwachsene, 41 Heranwachsende, 29 Jugendliche und sechs Kinder. Bei den Jugendlichen war das ein Rückgang, was Fritz auf die gute Jugendarbeit in Meßstetten zurückführt. Die Tatverdächtigenbelastung lag im Durchschnitt höher als im Land und im Zollernalbkreis.

Eine Statistik hatte der Postenleiter auch zur Verkehrssicherheitslage dabei. Danach waren im vergangenen Jahr 69 Unfälle zu verzeichnen, 20 mit Verletzten, darunter 24 leicht verletzte und zehn schwer verletzte Personen.

Stadtrat Oliver Rentschler sprach das Parkproblem in Bueloch an, und Bürgermeister Frank Schroft will ein rigoroses Durchgreifen bei den Halteverboten dort. Tarzisius Eichenlaub nannte den Brennpunkt Ebinger Straße. Dort will die Polizei 2017 in Zusammenarbeit mit der Stadt Verbesserungen erreichen.