Loßburg

Mehr Grün und weniger Parkplätze

von Von Werner Hering

Weitere Etappe für den Bau eines neuen Aldi- und Drogeriemarkts an der Freudenstädter Straße: Der Loßburger Gemeinderat hat den geänderten Bebauungsplanentwurf gebilligt.

Loßburg. Um den Bebauungs- und Flächennutzungsplan Ackerscheuer an der Freudenstädter Straße in Loßburg ging es in der jüngsten Sitzung des Loßburger Gemeinderats. In dem Bereich sollen ein Aldi mit 1000 Quadratmetern und ein dm-Drogeriemarkt mit einer Fläche von 700 Quadratmeter entstehen. Vom Planungsbüro Piske war Ulrich Villinger und von Aldi Holger Philippin zu der Sitzung eingeladen worden.

Für das Bauprojekt müssen der Flächennutzungsplan- und der Bebauungsplanentwurf geändert werden. Das Vorhaben war im Herbst bei einer Bürgerversammlung vorgestellt worden, berichtete Ulrich Villinger. Allerdings habe es dort kaum Nachfragen gegeben.

Bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gingen sieben Stellungnahmen ein. Eine betraf den Flächennutzungsplan, vier befassten sich mit beiden Plänen, und zwei weitere richteten sich nur gegen den Bebauungsplan. Angesprochen wurde in den Stellungnahmen auch die frühere Entscheidung des Gemeinderats, in dem betreffenden Bereich nicht zu bauen. Dazu sagte Villinger, dass der Gemeinderat durchaus Entscheidungen überdenken könne, um die öffentliche Nahversorgung zu sichern und zu stärken. Zur Höhe des Gebäudes meinte er, dass bei einer Tieferlegung das Baufenster nicht mehr eingehalten werden könnte. Zudem sollten natürliche Böschungen geschaffen werden. Bei Tieferlegung ginge dann eine große Zahl von Parkplätzen verloren. Ein weiterer Punkt ist die Bodenbelastung im Untergrund, die bei einer Tieferlegung zu erheblichen Mehrkosten führen würde. Deshalb sollte an der Höhenentwicklung festgehalten werden, betonte Villinger.

Spur für Linksabbieger

Die Randeingrünung und Versickerung war ebenfalls ein Kritikpunkt in den Stellungnahmen. Dazu erklärte Ulrich Villinger, dass nach dem bisherigen Bebauungsplanentwurf eine Randeingrünung entfallen könne, wenn die Fläche für die Versickerung gebraucht werde. Nachdem gutachterlich festgestellt worden sei, dass dort eine Versickerung nicht möglich ist, werde der Begrünungsstreifen im Interesse der Nachbarn gar verdoppelt – auf Kosten von sechs Parkplätzen.

Im Hinblick auf die Schallimmission wurden sowohl der Verkehrs- als auch der Gewerbelärm bemängelt. Wie Villinger dazu erklärte, werde der Verkehrslärm überwiegend auf der Freudenstädter Straße verursacht. Die Immissionsschutzrichtlinien für den Gewerbelärm würden im Gutachten als "deutlich eingehalten" bezeichnet. Dabei nannte der Referent auch die Beschränkung der Öffnungs- und der Anlieferzeiten.

Um eine Fremdnutzung der Parkflächen außerhalb der Öffnungszeiten zu unterbinden, werde eine Beschrankung der Zufahrt vorgesehen, die bei Bedarf nachgerüstet werden kann. Auch Bedenken zur Lichtimmission wurden laut Villinger berücksichtigt. So sei die Lichtpunkthöhe von 8,5 auf sechs Meter abgesenkt worden. Zudem werde diese Beleuchtung 30 Minuten nach Marktschluss abgeschaltet.

Auch für den Bereich der Metzgerei sei eine Lösung gefunden worden: Für den Markt werde eine Linksabbiegerspur geschaffen. Bei der Beteiligung der Behörden gab es eine Anfrage der Stadt Freudenstadt über mögliche Auswirkungen für den dortigen Einzelhandel. Das gutachterliche Ergebnis nannte keine Auswirkungen, wie Villinger hervorhob. Positive Stellungnahmen kamen vom Regionalverband und vom Regierungspräsidium. Allerdings, so wurde vermerkt, könnten die geforderten Ausgleichsflächen trotz Dachbegrünung nicht in Loßburg geschaffen werden. Hierzu gebe es eine Fläche im Schwarzwald-Baar-Kreis. Von Seiten der Landesverwaltung wurde eine Trafostation gefordert. Diese soll der Versorgung des Markts und der Stabilisierung des Ortsnetzes dienen.

Querungshilfe wird gebaut

Wie Bürgermeister Christoph Enderle ergänzte, wurde die Zahl der Parkplätze von 108 auf 95 reduziert. Zudem werde eine Querungshilfe, eine sogenannte Rettungsinsel, auf der Bundesstraße gebaut und damit einer Anregung Rechnung getragen. In der Diskussion gab es nur Zustimmung zu den Änderungen. Werner Faulhaber (FWV) begrüßte es, dass die Anregungen der Bürger angenommen worden seien. Bei der Beschlussfassung gab es ein einstimmiges Votum für den geänderten Bebauungsplanentwurf. Damit können die öffentliche Auslegung und die Anhörung der Behörden erfolgen.