Löffingen

Blick weit hinter den Horizont

von Schwarzwälder-Bote

Löffingen-Göschweiler (gb). "Apokalypse offen – seltsame Funde" so hatten die beiden Künstler Johannes Dörflinger und Peter Riedlinger ihre Ausstellung in der Rochuskirche in Göschweiler genannt. Ein Motto, das sich in seiner ganzen Vielfalt entwickelte. Eine Enthüllung, Entschleierung und Offenbarung, die allein schon durch die Rochuskirche gegeben war und die faszinierenden Werke der Künstler und das fantastische Spiel mit dem Saxophon ihren Höhepunkt erreichten.

Weit über 100 Interessierte kamen ins Atelier des Künstlers Dörflinger, der sich mit Riedlinger und Hans Joachim von Büdingen der Apokalypose auf unterschiedliche Weisen näherte. Der Gastgeber selbst appellierte an die Gäste selbst in eine Apokalypse – in die Rochuskirche – einzutreten. Dörflingers Werke sind im Guggenheim Museum in New York oder in der Tate Gallery zu finden. Zusammen mit dem Fotografen Peter Riedlinger, dessen Wurzeln in Dittishausen zu finden sind, und dem Fotografen Hans Joachim von Büdingen entstanden "heimliche und unheimliche Funde aus verschiedenen Zeiten mit Fantasie und Feuerwerk", war bei der Vernissage zu hören.

Für Dörflinger ist die meist kalte Rochuskirche seit fast 20 Jahren ein Ort der Inspiration. Ein Ort der Stille, an dem gelegentlich große Bilder entstehen, regelmäßig Bilderzyklen und Skulpturen, erklärt der Wahl-Göschweiler. In Zusammenarbeit mit seinen Kollegen habe sich so auch die Ausstellung entwickelt, eine Apokalypse zwischen Sonne und Hochzeitsbildern, zwischen Feuerwerk und dem Blick weit hinter den Horizont. Bilder, die den Betrachter mitnehmen auf eine Reise, wie er selbst die Welt gerne sieht.

"Peter Riedlinger hat mit seiner künstlerischen Arbeit und seinem Verständnis für meine Idee der ›Apokalypse offen‹ maßgeblich zur Ausstellung beigetragen", erklärte Dörflinger. Ergänzt wird das Thema durch von Büdingens "fotografische Feuerzeichen". Eine Apokalypse nicht des Schreckens eines Untergangs, keine Endzeit, weder Krieg noch Folter oder Hölle – vielmehr Bilder, welche die freie Möglichkeit aufzeigen, die Welt zu sehen. "Seltsame Funde" lautet der Untertitel. Seltsam-faszinierend könnte man auch den Klangraum bezeichnen, den der Saxophonist und Komponist Bernd Konrad ausfüllt. Eine Apokalypse der Musik, von einem "Musikverrückten", der zu den besten Musikern der Welt zählt. Mit Jiggs Whigham gründet er das Jugendjazzorchester Baden-Württembergs. "Apokalypse offen" – ein vielversprechender Titel einer Ausstellung, die mehr als jeder Erwartung gerecht wird. Faszinierende bemalte Polaroid-Transformationen von Dörflinger, verzaubernde lyrisch-dokumentarische Fotografien von Riedlinger und von Büdingens Aufnahmen, die abstrakten Bildern gleichen.

Die Ausstellung ist bis zum 12. Oktober sonntags von 14 bis 17 Uhr in der Rochuskirche zu bestaunen.