Konstanz

Flugzeugabsturz: Bergung wird fortgesetzt

von (dpa)

Konstanz - Einen Tag nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs am Bodensee sind noch viele Fragen offen. Warum kam es ins Trudeln? Bei der Bergung ist vor allem Geduld gefragt - und gutes Wetter.

Am Seil eines Krans hängt das Wrackteil über dem Bodensee. Ganz langsam ziehen die Einsatzkräfte das große Stück des abgestürzten Kleinflugzeugs in seichteres Wasser - doch dann passiert es. Das Wrackteil reißt, bricht mitten durch und stürzt wieder in der Tiefe. Immerhin: An dieser Stelle ist das Wasser nur noch rund 10 Meter tief, anders als an der rund 60 Meter tiefen Absturzstelle. Am Ufer sind enttäuschte Rufe von Schaulustigen zu hören, als das Wrackteil bricht.

Die Bergung der Propellermaschine vom Typ Piper Malibu, die am Vortag mit zwei Insassen in der Nähe der Blumeninsel Mainau abgestürzt war, ist vor allem eins: ein Geduldsspiel. Um die Mittagszeit beginnt die Polizei mit dem Einsatz. Um die Wrackteile vom Grund zu ziehen und später abtransportieren zu können, haben die Beamten eine Fähre der Konstanzer Stadtwerke angemietet und einen Kran des Technischen Hilfswerks (THW) darauf gestellt. Bis das erste große Wrackteil aus der Tiefe gezogen wird, sind schon rund drei Stunden vergangen. Von einem Steg vor dem Konstanzer Stadtteil Litzelstetten verfolgen zahlreiche Interessierte die Bergung - der Absturz des Kleinflugzeugs am Dienstag bewegt die meisten. Dabei sind noch viele Fragen zu dem Unglück offen - etwa warum die Maschine ins Trudeln kam und aufs Wasser stürzte.

Was bisher feststeht: Das Flugzeug startet am Unglückstag gegen 11.30 Uhr mit zwei Personen vom Flughafen Zürich in Richtung Hamburg. Wenig später bricht der Kontakt mit der Luftraumüberwachung ab, stattdessen gehen beim Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Konstanz erste Anrufe ein. Zeugen sprechen von einem Knall, andere haben den Absturz direkt gesehen. Die Einsatzkräfte sind schnell vor Ort - doch an der Absturzstelle wird klar, dass es nicht um eine Wasserrettung geht, sondern um die Bergung der Wrackteile.

Auch für die Insassen gibt es wenig Hoffnung: Die Beamten gehen davon aus, dass beide ums Leben gekommen sind. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen startete
ein 74-jähriger Pilot gemeinsam mit seiner 75-jährigen Partnerin, beides Schweizer Staatsangehörige. Auch aus Rücksicht auf die Angehörigen gibt die Polizei nur wenige Details bekannt. So wollen die Beamten sich beispielsweise zum genauen Ablauf der Bergung nicht äußern. Am Mittwoch heißt es nur: Die Bergung läuft. Nach dem Bruch des Wrackteils soll es einen zweiten Versuch geben. Dabei geht auch ein sorgenvoller Blick in den Himmel, an dem dunkle Wolken aufziehen - begleitet von starkem Wind.

Am Vortag hatten die Einsatzkräfte ihre Arbeit an der Absturzstelle unweit von Konstanz wegen schlechten schlechten Wetters abbrechen müssen.