Jungingen

Konzept für Hochwasserschutz kommt

von Julia Christiane Hanauer

Jungingen - Die Sanierung des Gebiets Ortsmitte und der innerörtliche Hochwasserschutz: Das sind zwei Projekte, die die Gemeinde Jungingen im kommenden Jahr voranbringen will. In der Gemeinderatssitzung gestern Abend wurde der Entwurf für den Haushaltsplan 2013 eingebracht. Eines der Hauptprojekte ist die Sanierung der Ortsmitte. Die Gemeinde will 265 000 Euro investieren. Das Geld ist gedacht für den Kauf und die Neuordnung von Grundstücken. Für das Gebiet "Östliche Bahnhofstraße" soll es eine Planung geben. Erste städtebauliche Entwürfe dafür wurden dem Gemeinderat bereits vorgestellt.

Alternativkonzept für Hochwasserschutz wird im Frühjahr vorgestellt

Da das Sanierungsgebiet Ortsmitte seit 2011 im Bund-Länder-Förderprogramm für kleinere Städte und Gemeinden eingebunden ist, wird das Projekt mit 150 000 Euro vom Land bezuschusst. Das entspricht 60 Prozent der Gesamtkosten. Für die Gemeinde betragen die Restkosten somit 115 000 Euro.

Ein weiteres Projekt im kommenden Jahr ist der innerörtliche Hochwasserschutz, der weiter vorangetrieben werden soll. Die Gemeinde verfügt hierfür bereits über eine Rücklage von 21 000 Euro aus dem laufenden Jahr, und plant für das Haushaltsjahr 2013 weitere 10  000 Euro ein. Das Alternativkonzept für den Hochwasserschutz soll dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit im Frühjahr 2013 vorgestellt werden.

Auf Steuererhöhungen will die Gemeinde nächstes Jahr verzichten. Bei der Gewerbesteuer rechnet sie mit Einnahmen von zwei Millionen, einem Plus von 100 000 Euro im Vergleich zu diesem Jahr. Die Wassergebühren sollen im Lauf des Jahres auf den Prüfstand kommen, ebenso die Gebühren für Beerdigungen. Hier zeichnet sich eine Erhöhung ab. Die Abwassergebühr für Schmutzwasser steigt um 8 Cent auf 3,20 Euro pro Kubikmeter, die Gebühr für Niederschlagswasser sinkt um 4 auf 27 Cent pro Quadratmeter versiegelte Fläche.

Kämmerer Michael Henne sieht den Haushalt für 2013 positiv: "Der Aufwärtstrend aus 2012 geht 2013 weiter." Das Haushaltsvolumen der Gemeinde für das Jahr 2013 beläuft sich auf rund 6,6 Millionen Euro. Davon sind 5,3 Millionen Euro dem Verwaltungshaushalt zugeordnet, aus dem die laufenden Kosten wie die Verwaltung und der Kindergarten finanziert werden.

Auf den Vermögenshaushalt, der das Investitionspaket enthält, entfallen 1,3 Millionen Euro. Der Überschuss, die sogenannte Zuführungsrate, beträgt 548 000 Euro. Der Verwaltungshaushalt hat sich erhöht. Das ist laut Henne auf höhere Personalkosten sowie auf den steigenden Unterhaltungsaufwand zurückzuführen.

Trotz hoher Investitionen will die Gemeinde ohne neue Darlehen auskommen – das 15. Jahr in Folge. Es sollen sogar Schulden abgebaut werden, um 47 000 auf 77 139 Euro zum Ende des Jahres 2013. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 57 Euro.

Allerdings hat die Gemeinde auch ausgelagerte Schulden, in Form einer Sonderfinanzierung, über die das neue Baugebiet Reute bezahlt wurde. Sie taucht im Haushaltsplan der Gemeinde nicht auf. Zum 1. Januar sind dort ausgelagerte Schulden in Höhe von 690 000 Euro.

Die allgemeinen Rücklagen der Gemeinde sollen auch weiterhin erhöht werden. Voraussichtlich können sie bis zum Jahresende 2013 um rund 372 000 Euro auf 1,22 Millionen erhöht werden und stehen künftig als Eigenfinanzierungsmittel zur Verfügung. Somit ist die Gemeinde faktisch schuldenfrei.