Jettingen

Nun wird es doch nur ein reiner Fußweg

von Uwe Priestersbach

Jettingen. Nach etlichen Beratungen, Anhörungen und vielen Seiten verbrauchten Papiers fasste der Jettinger Gemeinderat in dieser Woche den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan "6. Änderung Gewerbegebiet West I mit Anschluss an die L 1362".

Ziel des Bebauungsplanes ist es vor allem, die Voraussetzungen für einen Anschluss des Einkaufszentrums in Oberjettingen Ortsumfahrung im Zuge der Landesstraße zu schaffen. Bürgermeister Hans Michael Burkhardt erinnerte daran, dass sich das Gremium nun schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Linksabbiegespur und Zufahrt zum Gewerbegebiet beschäftigt hatte – und dass man nun den Satzungsbeschluss fällen wolle.

Wie in der letzten Sitzung vor den Kommunalwahlen aber auch deutlich wurde, kann der ursprünglich geplante Geh- und Radweg nur als Fußgängerweg angelegt werden. Wie das Regierungspräsidium Stuttgart im Endspurt des Verfahrens mitgeteilt hatte, wäre die Schaffung eines kombinierten Geh- und Radweges außerorts nur möglich, wenn ein Sicherheitsabstand von 1,75 Metern zur Fahrbahn vorhanden sei. Der Vorschlag der Gemeinde, die Ortsdurchfahrt einfach weiter in Richtung Linksabbiegespur zu verlegen, wurde bei der jüngsten Verkehrsschau als rechtlich nicht möglich abgelehnt – und auch eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer lasse sich in diesem Bereich nicht durch eine "erheblich gesteigerte Gefahrenlage" begründen.

Für Bürgermeister Burkhardt und die Gemeinderäte war es jetzt schon etwas ärgerlich, dass man so spät auf diese Vorschrift aufmerksam gemacht wurde. Wie er anmerkte, lasse sich der durch die Abstandsregelung nötige Grunderwerb für den geforderten Sicherheitsabstand nicht darstellen, da ansonsten etliche Parkplätze beim Realmarkt wegfallen müssten. Für den Rathauschef hieß das in der Konsequenz: "Dann verzichten wir eben auf den kombinierten Radweg" – und nun wird hier eben ein reiner Fußweg entstehen.

Bei dieser Gelegenheit teilte Hans Michael Burkhardt ebenfalls mit, dass ein Grundstück auf dem neu aufgeteilten Areal des ehemaligen Baumarkts bereits einen Käufer gefunden habe. So will sich die Oberjettinger Metzgerei Klink in diesem Bereich niederlassen und im Verkaufsbereich auch Tagesessen anbieten. Um die Planung der Metzgerei möglich zu machen, sei das südliche Grundstück im Bebauungsplan vergrößert worden, indem die neue Stichstraße um 16 Meter nach Norden verschoben wurde.

Bürgermeister Burkhardt kündigte an, dass der Baubeginn für die geplanten Straßenführungen möglichst in der zweiten Jahreshälfte erfolgen soll.