Hornberg

Hier lässt sich Gemeinschaft leben

von Schwarzwälder Bote

Ganz schön idyllisch liegt das Freizeitheim Steiglochhof im Schwanenbach. Einige Autos stehen auf dem Gelände vor dem Schwarzwaldhof. Sie gehören den Mitgliedern des Fanfarenzugs der Froschenzunft Radolfzell. Die Musiker verbringen hier ein Probewochenende. Fanfaren, Bässe, Hörner und Landsknechttrommeln – die machen eine ganze Menge Lärm. "Hier stören wir niemanden", sagt Andreas Wrzeszcz, musikalischer Leiter der Truppe vom Bodensee, die seit sieben Jahren regelmäßig das Freizeitheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Hornberg/ Gutach besucht.

Den Steiglochhof in Hornberg-Reichenbach kaufte das DRK Hornberg Ende der 80erJahre von Helmut und Hilda Staiger. Der Verein mit seinem damaligen Vorsitzenden Walter Kühn erwarb das Hofgebäude und das Anwesen mit dem Ziel, für das Jugendrotkreuz und die DRK-Bereitschaften ein Freizeitheim, das auch für Seminare genutzt wird, zu gründen. Die Vorbesitzer hatten den Steiglochhof zuletzt als Ferienhaus vermietet. Die Geschichte des Anwesens und seiner Bewohner, die Land- und Forstwirtschaft betrieben, kann sogar bis ins 15. Jahrhundert zurück verfolgt werden.

Wieder im Jahr 2018: Die Musiker aus Radolfzell machen es sich gerade auf den drei Etagen des Hauses gemütlich. Während die einen entspannt auf dem Grillplatz sitzen, räumen zwei Mitglieder die Küche ein. Gekocht wird selber. Ansonsten befinden sich im Erdgeschoss die Sanitäranlagen und zwei Aufenthaltsräume. Geschlafen wird auf der ersten Etage: Dort gibt es fünf Zimmer mit insgesamt 25 Betten.

Im Dachgeschoss ist der große Freizeitraum: Zwei Musiker spielen Tischtennis, als Petra Kern, zweite musikalische Leiterin des Fanfarenzugs, den großen hellen Raum vorstellt. Hier stehen auch ein Kicker- und ein Billiardtisch. "Heute Abend zeigt uns unsere Chronistin noch ein paar Bilder", sagt Kern und deutet auf dem Beamer an der Decke. Proben, und die Kameradschaft pflegen – deshalb kommt die Gruppe einmal im Jahr hierher.

Wer einen Blick auf die Internetseite des Steiglochhofs wirft, sieht, dass schon die ersten Reservierungen für 2023 vorliegen. Laut Thomas Saalmann, Vorsitzender der Ortsgruppe, wurde auch schon für 2025 angefragt.

Damit aus einem Schwarzwaldhof nach und nach ein Freizeitheim entstehen konnte, waren viele Hände nötig. Mit Unterstützung von Handwerksbetrieben und vor allen Dingen mit viel Eigenleistung und Herzblut baute der DRK-Ortsverein zwischen 1989 und 2009 das Gebäude nach und nach um. So wurde unter anderem unterhalb des Gebäudes eine Trinkwasserversorgung in Form einer Quellfassung installiert. Vor zehn Jahren legte eine Gruppe von Zimmermann-Azubis um Daniel Hurst den vorderen Abschnitt des Dachs neu ein.

Richtig los ging es 2009. Der neugewählte Vorstand um den heutigen Vorsitzenden Saalmann und den heutigen Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Lahr, Joachim Hurst, entschied, das Haus künftig grundsätzlich für Vermietungen zu öffnen.

2010 baute das DRK Hornberg/Gutach eine neue Stahlküche ein, die ehemalige Tenne um und erweiterte die Außenanlage. Bis heute ist viel Bewegung im Freizeitheim: Erst 2017 wurde der Platz vor dem Hof aufgefüllt, sodass mehr Parkfläche entstand. Um den ehemaligen Brandweiher zu aktivieren, führt die Ortsgruppe Verhandlungen mit dem Landkreis.

"Die Zimmer und die Lage sind gut, der Preis ist günstig und die Vermieter sind sehr nett", zählt Kern auf, weshalb die Radolfzeller den Steiglochhof besuchen. Zwar hat kaum jemand Handyempfang, aber am Wochenende möchten die Musiker auch die Ruhe genießen. "Wenn wir zu Hause sind und Internet haben, buchen wir fürs nächste Jahr", sind sich Kern und Wrzeszcz einig.                                           Lena Stangenberg

Der Steiglochhof wird für Seminare, Schulungen, Musikproben, Kurse, Feiern oder Familienfeste genutzt. Zu den Gästen zählen hauptsächlich Familien, Firmen, Vereine und Jugendgruppen

Ein ehrenamtliches Team des DRK Hornberg/Gutach kümmert sich um die Buchung, Verwaltung und Wartung des Hauses und ist Ansprechpartner für die Gäste. Mit dem Erlös subventioniert die Ortsgruppe ihre Jugendarbeit Infos gibt es unter www. steiglochhof–hornberg.de.