Hornberg

"Gut, dass es den VdK gibt"

von Evelyn Jehle

Die Ortsvereine des VdK leisten wertvolle Arbeit für ihre Mitglieder und bilden die Basis des größten Sozialverbands Deutschlands. Die Ortsgruppe Hornberg-Gutach hat im Hotel Schloss Hornberg seine Hauptversammlung abgehalten.

Hornberg/Gutach. Alters- und Kinderarmut, gesellschaftliche Folgen der Zinspolitik und altersgerechter bezahlbarer Wohnraum sind unter anderem thematisiert worden. "Die Zusammensetzung des großen Kuchens stimmt nicht mehr", stellte Vorsitzender Joachim Hurst fest.

Die Ortsvereine stehen als Ansprechpartner den Mitgliedern zur Verfügung, wenn es um sozialrechtliche Fragen gegenüber Leistungsträgern wie beispielsweise Krankenkassen und Rentenversicherungen geht. Eine eventuell notwendig werdende Rechtsberatung findet ausschließlich in den Kreisgeschäftsstellen statt.

"Gut, dass es den VdK gibt", bekräftigte Hornbergs Bürgermeister Siegfried Scheffold in seinem Grußwort die Ausführungen des Vorsitzenden. Die Sozialgesetzgebung sei selbst für Experten umfangreich und vielschichtig. Der VdK kläre wichtige Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung und leiste wichtige Beratungsarbeit in den Ortsvereinen, so Scheffold. Die in seiner Entwicklung konstante Mitgliederzahl im hiesigen Ortsverein belege, dass er auf dem richtigen Weg sei.

Zum Tagesordnungspunkt, der sich mit einer eventuellen Zusammenlegung mit dem Ortsverein Wolfach-Kirnbach beschäftigte, meinte der Bürgermeister: "Es gibt Gründe für und wider einer Zusammenlegung von Ortsverbänden." Ein starkes Argument sei in diesem Zusammenhang der organisatorische Bereich, doch entschieden werde dies natürlich von den Mitgliedern.

Demnächst wird laut dem Vorsitzenden Hurst im Ortsvereins Wolfach-Kirnbach das Thema auf den Tisch kommen. Die Vereinswelt an sich sei im Wandel begriffen und auch die VdK-Gesamtstruktur wird sich nach Meinung des Vorsitzenden ändern. Für die kommenden Jahre wünschte sich Hurst wieder einen Stellvertreter im Ortsverein.

Uwe Würthenberger, der Vorsitzende des VdK-Bezirks Südbaden und stellvertretende Landesverbandsvorsitzende, gab in seinem Grußwort einen Querschnitt über die Arbeit des VdK. "Der Verband engagiert sich in sämtlichen Bereichen der Sozialpolitik", so Würthenberger. Aktuell werde eine Unterschriftenaktion für eine gerechte und angemessene Pflegeversorgung im Alter durchgeführt. Mit Einführen der Pflegeversicherung sollte erreicht werden, dass niemand wegen Pflegebedürftigkeit zum Sozialfall wird.

Dieses Ziel werde aber derzeit komplett verfehlt, so Würthenberger. "Pflegebedürftigkeit in Baden-Württemberg wird zunehmend zum Armutsrisiko, weil ein großer Teil der Kosten selbst bezahlt werden muss", bemängelte der Bezirksvorsitzende. Der Verband kritisiert, dass das Land sich nicht an den Investitionskosten beteiligt.

Nach den Grußworten standen die Ehrungen für treue Mitglieder auf dem Programm (siehe Info). Die große Hitze hielt Maria Schneider von der Teilnahme an der Versammlung ab. Der 102-jährigen Hausacherin wird das große goldene Treueabzeichen mit Brillant für 70-jährige Mitgliedschaft persönlich überreicht.

Das silbernes Treueabzeichen für zehnjährige Mitgliedschaft erhielten: Manuela Kern, Gerda Kriegl, Martina Lauble, Gertrud Oberfell, Gisela Reuter, Willi Lehmann, Wolfgang Wolber und Rolf Wöhrle.