Horb a. N.

Zweckverband soll Entlastung bringen

von Lena Straub

Viele Verwaltungsaufgaben wie das Einstellen von Erzieherinnen blieben bislang an den ehrenamtlichen Kirchengemeinderäten hängen. In Zukunft erledigt das ein Zweckverband, der für diese Woche für die Dekanate Freudenstadt und Calw gegründet wurde.

Horb/Freudenstadt/Nagold/Calw. Zwölf Kirchengemeinden sind Mitglied im neugegründeten Zweckverband katholischer Kindertagesstätten in den Dekanaten Calw und Freudenstadt. Zuständig ist der Zweckverband für 42 Kindergruppen, 15 Einrichtungen und 856 Kindergartenplätze sowie etwa 200 Beschäftigte. Rund acht Millionen Euro sind im Haushaltsplan für das Jahr 2019 eingestellt. Der größte Teil davon ist für die Personalkosten vorgesehen. Im Dekanat Freudenstadt haben sich vier Kirchengemeinden entschlossen, dem Zweckeverband nicht beizutreten (Freudenstadt, Alpirsbach, Nordstetten und Lützenhardt). Im Dekanat Calw ist es Neuenbürg/Birkenfeld. "Diese Kirchengemeinden können sich allerdings jeder Zeit dazu entschließen, doch beizutreten", erklärt Geschäftsführer Hubert Würth. In den Kirchengemeinden habe man demokratisch abgestimmt. Einige Kirchengemeinden hätten sich dagegen entschieden, da bislang der Bedarf an einer Entlastung noch nicht so groß sei.

Denn eine Erleichterung der Arbeit von ehrenamtlichen Kirchengemeinderäten soll der Zweckverband hauptsächlich bringen. "Damit auf der Tagesordnung der Kirchengemeinderäte nicht immer nur der Punkt Verwaltung steht", verdeutlicht Armin Noppenberger, kommisarischer Dekan für Freudenstadt, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Steinachtal und stellvertretender Vorsitzender der Verbandsversammlung. Bislang waren die Kirchengemeinden Träger ihrer einzelnen Kindergärten und die Kirchengemeinderäte hatten die Entscheidungen über Personaleinstellungen und Elternzeiten. "Wichtig ist zu betonen, dass diese Maßnahme nicht von oben nach unten diktiert worden ist, sondern die Kirchengemeinden auf uns zugekommen sind", erklärt Würth. Teilweise hätten die Ehrenamtlichen sich mit den komplexen Entscheidungen und Themenfeldern einfach überfordert gefühlt. Der neue Zweckverband, den es beispielsweise schon für Tübingen und Rottenburg gibt, soll einheitliche Strukturen bringen und es möglich machen, schneller zu reagieren. "Bei Krankheitswellen oder Personalfragen können schnellere Lösungen gefunden werden, weil nicht alles zuerst in den Kirchengemeinderat muss, sondern an einer Stelle zügig entschieden werden kann", führt Caroline Beutter aus, stellvertretende Geschäftsführerin des Zweckverbands.

In den Kindergärten würde sich durch die Gründung des Zweckverbands nichts ändern. Auch die Kirchengemeinden sollten in ihren Kindergärten weiterhin eine eigene Linie fahren können. Vom Personal habe man bisher auch positive Rückmeldungen bekommen, da diese nun einen zentralen Ansprechpartner hätten, der sich in den immer komplexeren, rechtlichen Feldern auskenne und sofort helfen könnte. Zudem würden beispielsweise pädagogische Fachkräfte leichter den Arbeitsort innerhalb des Zweckverbands wechseln können. "Wir erhoffen uns für alle eine Erleichterung", sagt Holger Winderholer, Dekan für Calw, Pfarrer für Nagold und Vollmaringen und zudem Vorsitzender der Verbandsversammlung. Und Noppenberger fügt hinzu: "Der Kirchengemeinderat hat so wieder die Hände frei für andere wichtige Arbeiten."

Der Zweckverband katholischer Kindertagesstätten in den Dekanaten Calw und Freudenstadt stellt sich folgendermaßen auf: Geschäftsführer des Zweckverbands ist Hubert Würth, seine Stellvertreterin ist Caroline Beutter. Dem Verbandsvorstand gehören an: Holger Winterholer (Vorsitzender des Zweckverbands und Vorsitzender des Zweckvorstands), Tanja Raible (Kirchengemeinde Weitingen), Knut Peter (Kirchengemeinde Talheim), Caroline Beutter (stellvertretende Geschäftsführung), Armin Noppenberger (stellvertretender Vorsitzender der Verbandsversammlung), Ulrike Roth (stellvertretende Vorstandsvorsitzende), Jürgen Wütz (Kirchengemeinde Horb), Hubert Würth (Geschäftsführer und Leiter des Verwaltungszentrums Horb). Die Verbandsversammlung stellt sich zusammen aus je einem Vertreter aus den zwölf Kirchengemeinden, die dem Zweckverband angehören. Für Horb sind es zwei Vertreter, da dort rund 21 Prozent der gesamten Kindergartenplätze angeboten werden.