Horb a. N.

Talheimer schon wieder im TV

von Jürgen Lück

Horb-Talheim. "Als Single ist es in unserem Alter schwer, die Richtige zu finden." Martin Inci sucht jetzt schon zum zweiten Mal im Fernsehen eine Frau. Seit vier Jahren ist er Single. Das erste Mal war es im August 2016 in Andalusien. RTL 2 lud Inci und seine beiden Söhne nach Spanien ein –­ zum Format "All Inclusive – ­Mit Kind und Koffer zur neuen Liebe".

Inci: "Im Fernsehen lief die Werbung für die Kandidatensuche. Mein Sohn sagte: Da können wir den Süden Spaniens sehen. Da haben wir uns gleich beworben." Der Mitarbeiter und Betriebsrat von Bosch-Rexroth erklärt: "Ich habe das eher als Abenteuerurlaub gesehen. Ich bin ja Realist. Ich bin nicht hingefahren, um mich zu verlieben."

Und seine Skepsis – bestätigt. Inci: "Das war ein mega Urlaub. Ich war der einzige, der aus einem kleinen Dorf kam. Die anderen waren alle aus der Großstadt. Und als klar war, dass es bei mir nicht funkte, haben wir dann eine Schiffsfahrt durch die Straße von Gibraltar gemacht. Und wir haben zum ersten Mal Delfine und Orcas live gesehen."

Erste Frage: Sein Privatleben und die Kinder so in die Öffentlichkeit zu ziehen –­ ist das ein Problem? Inci lacht: "Nein. Warum? Ich bin halt so. Ich war jahrelang Fußballtrainer. Meine Ex-Frau war erst skeptisch. Doch als das Filmteam bei uns Zuhause war, hat sie denen das Essen gekocht. Und mein Luca wird heute noch erkannt."

Aber wie ist die Außenwirkung nach der Sendung auf die Frauen? Inci lacht: "Gut. Die Sendung lief insgesamt sechs Wochen. Da kamen jede Menge Zuschriften von Frauen. Einige sind sogar nach Talheim gefahren und haben bei mir geklingelt. Die Richtige war aber nicht darunter. Nach einem viertel Jahr war der Hype dann vorbei."

Jetzt die zweite Frauensuche im TV. Inci: "Ich habe mich mit einem Video beworben. Die haben wohl gesehen, dass ich so was schon mal gemacht habe. Gleich danach kam der Anruf, dann online die Bahn-Fahrkarte nach Köln. Vier Tage später war ich dann bei First Date für Vox."

Das Format diesmal: ein Restaurant. Starkoch Roland Trettl von "Kitchen Impossible", als Statisten an den anderen Tischen weitere potenzielle Paare. Inci: "Schwule, Lesben, Heteros und Transgender. Das war schon lustig, die kennenzulernen."

Seine Tischdame: eine Frau aus Ulm. Ihr erster Satz: "Du schwätzt ja auch schwäbisch." Dann wurde aufgetischt und aufgezeichnet. Der Talheimer: "Die Kameras waren überall versteckt. Das hast du gar nicht mitbekommen. Nur einmal ist der Regisseur reingegrätscht­: Wir sollen wieder Hochdeutsch reden!"

Und? Hat es gefunkt? Inci: "Das darf ich vor der Ausstrahlung nicht sagen. Sie hat jedenfalls dem Team gesagt: ›Zehn Mal habe ich euch gesagt, dass ich einen Mann mit mindestens 1,80 Meter suche.‹ Ich bin aber nur 1,75 Meter – so wie sie."

Und? Lohnt sich der TV-Auftritt? "Ich habe 140 Euro bekommen. Am Ende der Aufzeichnung gibt einem der Kellner allerdings die Rechnung. 85 Euro. Die habe ich bezahlt –­ ich bin ja Gentleman."

Schon die zweite Dating-Show. Wird das jetzt zur Serie? Er lacht: "Für den Bachelor bin ich nicht mehr jung genug, für das Dschungel-Camp nicht doof genug. Wenn es eine neue Single-Show gibt, die seriös ist und Leute zwischen 40 und 55 anspricht, warum nicht?"

Solche Dating-Shows sind ja Geschmackssache. Im Alltag ist Inci auch Betriebsrat. Schadet so etwas seinem Ansehen im Beruf? "Im Gegenteil. Sogar meine Chefs haben die erste Show gesehen. Einer sagte: Jetzt hat mich meine Frau rumgekriegt, mir auch mal so was anzuschauen."

Das Single-Leben. Die Partnersuche per Fernsehen oder per Internet. Geht es nicht auch anders? "Leider nicht. Meine erste richtige Frau habe ich im Flair in Talheim kennengelernt. Aber für unser Alter gibt es keinen Treffpunkt mehr. Wenn ich im Lotto gewinnen würde, dann würde ich genau so etwas aufmachen."