Horb a. N.

Sportplatz-Gaudi kommt bei Familien gut an

von Peter Morlok

Blasmusik und Geschnetzeltes, Fußballspiele, bei denen jede Menge kleiner Ronaldos und Messis mitmachen, dazu viele gut gelaunte Eltern, Großeltern und Geschwister – das war der Stoff, aus dem sich das gelungene Familienfest des ASV-Bildechingen zusammensetzte.

Horb-Bildechingen. Und dazu kam noch ein VfB-"Fritzle", das anscheinend mit dem linken Fuß aufgestanden war. Gebucht war das VfB-Maskottchen "Fritzle" als der Höhepunkt des Vormittags, der ansonsten geprägt war von den Freundschaftsspielen der Bambinis, der F- und E-Jugend des ASV Bildechingen gegen die Gastmannschaften aus Sulz, Göttelfingen, Nordstetten und Weitingen. Nach der obligatorischen Autogrammstunde wurde das "Fritzle" dann mehr als übermütig und hinterließ besonders beim fünfjährigen Ismael einen bleibenden Eindruck. Und dies kam so: Als man sich zum gemeinsamen Foto vor der Hüpfburg aufgestellt hatte, stellte sich das widerspenstige Krokodil nicht wie gewünscht und erwartet zu den Kindern. Nein, der Mann im grünen Kostüm schnappte sich einen der vielen Fußbälle, nahm ordentlich Anlauf und drosch den Ball volle Wucht mitten in die wartenden Kinder. Dem kleinen Ismael direkt an den Kopf. "Ja geht’s noch?", wunderte sich noch am nächsten Tag ASV-Vorstand und Cheforganisator Thomas Meier, dem der bezahlte VfB-Repräsentant auch noch die erhobene Faust zeigte, als er ihn auf diesen Vorgang ansprach. "Ich werde den Stuttgartern mitteilen, dass, falls wir ihr Maskottchen nochmals für viel Geld buchen sollten, einen Vereinsvertreter erwarten, der mit Kindern umgehen kann und keinen solchen Rüpel", machte Meier seinen Standpunkt hinsichtlich dieses Auftretens klar.

Aber der Ärger um den "Gast" war schnell wieder vergessen. Das Wetter spielte mit, aus der Küche roch es verführerisch, die vielen freiwilligen Helfer des Vereins bewirteten ihre Gäste aufs Beste, und die Nachwuchs-Fußballer hatten ihren Spaß. Besonders die Kicker der Bildechinger E-Jugend. Sie gewannen ein offizielles Pflichtspiel gegen die Kollegen aus Sulz mit dem tollen Ergebnis von 12:6. Bei den Bambinis und der F-Jugend ging es nicht ganz so ernst zu. Sie spielten immer acht Minuten im Kleinfeld auf spezielle Tore und hatten dabei jede Menge Freude. Stolz konnten sie zeigen, was sie im Training so alles gelernt hatten. Dass die Kleinen schon ganz gut kicken können, das durfte auch das VfB-Maskottchen am eigenen, grünen Leib erfahren. Nach seinem "Ausrutscher" stellte er sich noch brav für zehn Minuten in eines der Jugendtore, musste aber durch sein stark beeinträchtigtes Sichtfeld fast jeden Ball an sich vorbeilassen.

Auf die vielen Kinder unter den Besuchern warteten außer den Fußballspielen noch eine große Hüpfburg in Form eines Autos und ein Pool zur Erfrischung. Beide Angebote wurden gerne und ausgiebig genutzt.

Nach dem Frühschoppen und dem Mittagessen, das von der Spielgemeinschaft Horb/Bildechingen unter Leitung von Aushilfsdirigent Martin Stöckel musikalisch umrahmt wurde, standen gegen 14 Uhr eigentlich die Spiele um den Dorfpokal auf dem Programm. Geplant war, dass das Dorf, die Alte und die Neue Siedlung sowie der Haugenstein vier Mannschaften stellen, die im Modus Jeder gegen Jeden um den Pokal spielen. Das Team vom Haugenstein, in dem viele türkische Mitbürger kicken, sagte nach den Vorgängen im Real-Markt ab, und insgesamt mussten die Organisatoren feststellen, dass nur ein Team eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenbrachte. Also wurde der Kampf um den Dorfpokal abgesagt. Aber es fand ein Familien-Freundschafts-Spiel statt, das für Spieler und Zuschauer eine rechte Gaudi war.

"Für das nächste Jahr müssen wir uns aber überlegen, wie wir die Tradition des Dorfpokals wieder attraktiver machen", so Thomas Meier in seiner Nachbetrachtung zu diesem an sich prima Familienfest, bei dem sich die Verantwortlichen des ASV ganz gezielt an den Interessen der ganzen Familien ausrichteten und – wenn man die Besuchermengen als Gradmesser nimmt – voll ins Schwarze getroffen haben.