Horb a. N.

Polkas, Märsche und Beach-Sound

von Peter Morlok

Horb. Der Stadtgarten beim Alten Freibadgelände ist ein echtes Kleinod. Kaum eine Woche, in der diese seit der Gartenschau Neckarblühen aufgewertete Oase mitten in der Stadt nicht mit irgendeinem Event lockt.

So luden die Verantwortlichen vom Stadtmarketing am Sonntagnachmittag wieder zum allseits beliebten "Musikcocktail" ein. Als Akteure waren dieses Mal die Musikanten aus dem Horber Ortsteil Bittelbronn zu Gast. Mitgebracht hatten die Instrumentalisten des Musikvereins, der in diesem Jahr sein 85-jähriges Bestehen feiern, einen bunten Strauß bekannter Melodien.

Unter Leitung von Dirigent Andreas Welle marschierten sie musikalisch einmal querbeet durch die Standards der modernen Blasmusikliteratur, vergaßen aber nie die Wurzeln ihres Genres, die Polka und den Marsch.

Obwohl 200 Meter weiter Horbs größter Arbeitgeber, die Firma Bosch-Rexroth, ihr 60-jähriges Bestehen feierte und zudem doch einige Bürger zwecks Oberbürgermeister-Wahl unterwegs waren, fanden viele Liebhaber gediegener Blasmusik den Weg ins Alte Freibad. Das Wetter war auch geradezu ideal. Trocken, nicht zu heiß, ein laues Lüftchen wehte, und der Platz bot sich geradezu für eine längere Zwischenpause auf dem Sonntagausflug an. Das Alte Freibad verströmt das Idyll eines Stadtparks, und mit dem Oregano-Duft aus dem Pizzaofen, den Blumen und der Nähe zum Wasser wirkt es schon beinahe mediterran.

Wie sich zeitgemäß interpretierte Blasmusik anhört, das vermittelten die Bittelbronner im Rahmen ihres zweistündigen Programms.

Medleys bekannter Melodien aus der Zeit des Swings oder die goldenen Hits von James Last waren ebenso zu hören wie die Fun-Musik der Beach Boys. Aber auch für die "Brauhauspolka", die "Böhmische Liebe" oder den bekannten Konzertmarsch "Salemonia" von Kurt Gäble gab es viel Raum im Repertoire der Musikanten.

Auffallend bei dem Orchester des Musikvereins Harmonie Bittelbronn waren die vielen jungen Leute, die in den einzelnen Registern saßen. "Aber wir sind nicht die Jugendkapelle – die war letzten Sonntag hier – sondern die Stammkapelle. Nur haben wir derzeit kaum Nachwuchssorgen", so der Kommentar eines der Musiker. Ein beneidenswerter Zustand.

Beneidenswert waren auch die Besucher, die am Sonntagnachmittag die Zeit fanden, sich bei einem Glas Wein oder einem Eis etwas im Freien bei gut gespielter Blasmusik zu entspannen.