Horb a. N.

Pater aus Nigeria kämpft für Bildung

von Alexandra Feinler

Da im nigerianischen Umuario keine medizinische Versorgung vorhanden ist und in nahegelegenen Apotheken verschiedene Medikamente leichtfertig kombiniert werden, bauen die Helfer von "HOPE!" eine Gesundheitsstation. Die Fortschritte wurden in Bittelbronn vorgestellt.

Horb-Bittelbronn. Vor 14 Jahren gründete der dominikanische Pater Callistus aus dem südlichen Nigeria während seines Aufenthalts in der Seelsorgeeinheit Steinachtal zusammen mit engagierten Menschen das Schulbildungsprojekt "HOPE!". Unterstützung aus Esslingen kam dazu.

In der Zwischenzeit hat sich das Partnerschaftsprojekt weiterentwickelt, berichtet Helfer Linus Merz aus Bittelbronn, und zählt Projekte wie die Schulgeldförderung, den Bau des Daches des Kindergartens, den Bau eines Brunnens sowie die Instandsetzung des baufälligen Auladaches in der Community School auf.

Linus Merz freute sich über die zahlreichen Besucher in Bittelbronn, die sich am Büfett von Lucia und Regine Kocheise austauschen, bevor Pater Callistus von seiner vergangenen Reise in die Heimat berichtet. Von Januar bis Februar bewegte er im nigerianischen Umuario, dass die Gesundheitsstation voranschritt. "Vielleicht können wir in vier bis fünf Monaten den OP in Betrieb nehmen", erklärt er. Mit der Installation der Gesundheitsstation will er gegen falsche Medikamente ankämpfen, die Apotheker zusammenmixen, ohne deren genaue Wirkstoffe zu kennen. Für die Gesundheitsstation suche er noch medizinische Geräte. Personal habe er in der Zwischenzeit bereits gefunden. Die Krankenschwestern seien aus den eigenen Reihen.

Durch die Unterstützung der "HOPE!"-Mitglieder konnten in den vergangenen 14 Jahren Kinder und Jugendliche eine umfangreiche Schulbildung genießen. Kinder und Jugendliche aus der Anfangszeit konnten nun zu Krankenschwestern qualifiziert werden. Dadurch wurden Arbeitsplätze am Ort geschaffen. "Viele junge Menschen gehen in die Stadt, weil es auf dem Land keine Arbeit gibt und sie hoffen, dort Arbeit zu finden", so Pater Callistus. Die Städte seien überbevölkert. Zahlreiche Menschen würden keinen Job finden und unter der Brücke schlafen. Doch eigentlich sei Nigeria aufgrund der Bodenschätze kein armes Land.

Die Spanne zwischen Arm und Reich sei groß. Gegen dieses Ungleichgewicht kämpfen die Helfer von "HOPE!", die schon zahlreiche Projekte umsetzen konnten, sagt Linus Merz und blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Drei Säulen würden die Hilfe stützen. 28 Patenschaften und ein Stipendium kommen den Schulkindern aus Nigeria direkt zugute. Rund 50 Kinder ab etwa zehn Jahren werden unterstützt. Sie können damit sechs Jahre lang zur Schule gehen und danach einen Beruf ergreifen. Zudem sammelte die Seelsorgeeinheit bei Aktivitäten wie dem Agape Mahl, dem Firmgottesdienst und weiteren Geld und gab dies weiter. Auch der Erlös aus der Sternsingeraktion in der Seelsorgeeinheit wurde an das Kindermissionswerk nach Aachen überwiesen, die das Geld an Hilfsprojekte in Umuario weiterleitet.

"Wir sind dankbar", wandte sich Pater Callistus mit seinem "HOPE!"-Team wie Karin Kreidler, Ute Königsberger-Walz, Marita Kocheise, Linus Merz, Brigitte Ohagen und Pfarrer Armin Noppenberger an die Besucher. Diese erfuhren, dass die Situation im Süden von Nigeria gegenüber der im Norden relativ ruhig sei. Trotzdem war er während seines vergangenen Besuchs nicht ohne Begleitung unterwegs, die ihm Sicherheit gebe. Hellhäutige dürften ohne Begleitschutz nicht durch das Land reisen, weshalb die Helfer noch nicht vor Ort gewesen seien. Dafür gab Pater Callistus einen groben Überblick, zeigte Fotos und Filme von den Projekten. Diese verdeutlichten, dass die Hilfe zur Selbsthilfe ankomme.