Horb a. N.

Mit dem Feuerwehrauto bis vor die Haustür

von Peter Morlok

15 Kinder durften am Samstagnachmittag im Rahmen des Ferienprogramms bei der Feuerwehr Altheim reinschnuppern.

Horb-Altheim. Währenddessen freuten sich im Altheimer Feuerwehrhaus die etwas erfahreneren Feuerwehrleute des Ortes bei Schlager-Melodien aus den 60er-Jahren und selbst gebackenem Kuchen auf ein Treffen der Alterswehr.

Gegen 14 Uhr versammelten sich die Kinder hinter dem Spritzenhaus auf dem Festplatz. Dort wurden sie von Michael Fabert, dem Chef der örtlichen Jugendfeuerwehrwehr, und seinen Kollegen begrüßt. Die Jugendwehr, unterstützt von einigen Kameraden aus der Aktivenabteilung, war für den Ablauf dieser Veranstaltung verantwortlich, bei der die Kinder mehr über die Wehr erfuhren, als dass diese nur im roten Spritzenwagen mit Tatütata durch die Gegend brettert oder dort reinrennt, wo andere rausrennen.

Dass die Feuerwehrarbeit so vielfältig und spannend ist, das hätten viele von den Kindern sicher nicht gedacht. "Das ist echt cool, was die hier so alles machen", erklärte ein Steppke bewusst locker. Das sie auch schon ganz viel Ahnung haben, wie man sich vor Feuer schützen kann, bewiesen die Kinder. Feuerlöscher kannten alle Kinder und "wir haben auch so Rauchmelder bei uns in den Zimmern montiert", sagte ein Mädchen. Jugendleiter Fabert ergänzte, dass dies eine ganz wichtige Sache sei, da man durch den Lärm, die diese kleinen Kästchen im Brandfall machen, die Chance bekommt, aus dem brennenden Haus zu fliehen.

Deshalb erklärte er auch genau, wo die Dinger aufgehängt gehören. Unter anderem dort, wo es ganz schnell brennen kann – in der Küche. "Was darf man nicht, wenn in der Küche die Pfanne zu brennen anfängt", eine Frage, die von den meisten Kindern richtig beantwortet wurde. "Mit Wasser löschen – denn dann gibt’s eine Fettexplosion" wusste eines der Kinder. "Ond noh kanscht die ganze Küche wegschmeissa", ergänzte einer der Knirpse.

Doch wie verhält man sich im Brandfall richtig? Wie soll man die Feuerwehr rufen? Die "fünf W’s" geben hier eine gute Anleitung. Wer – ruft an, also mit vollem Namen melden. Was – brennt? Wohnhaus, Scheune, Auto. Wie viel – Leute, Tiere sind in Gefahr? Wo – brennt‘s. Hier reicht die beliebte Ortsbezeichnung "bei mir zu Hause" nicht aus. Ort, Straße und Hausnummer sind ganz wichtig. Und "warten – auf Rückfragen" sollte man auch noch. "Also nicht gleich auflegen", mahnte der Jugendleiter.

Nach der Theorie kam die Praxis. Bei einem simulierten Löschangriff mit dem B-Rohr, bei dem sie mit richtig vollem Druck spritzen durften, merkten die Kinder schnell, dass das, was die Feuerwehr aufbietet, mit dem heimischen Gartenschlauch nichts zu tun hat. "400 Liter pro Sekunde kommen hier mit aufgesetztem Düsenvorsatz, der den Druck wesentlich erhöht, raus – und 800 Liter pro Sekunde ohne Vorsatz", gab’s hierzu eine Erklärung.

Kleine Vorführung

Neben dem Einsatz von Wasser bekamen sie auch eine kleine Vorführung mit Schaumlöschmittel gezeigt, denn nicht jedes brennbare Material kann mit Wasser gelöscht werden. Sehr interessant auch, was im mit Technik vollgepackten Feuerwehrauto so alles zum Einsatzort gefahren wird. Für die Kinder gab es hier viel zu entdecken. Spaß machte das Schlauchkegeln, der Leinenbeutelweitwurf oder das Wasserball-Match, bei dem die Kinder einen Ball mittels Wasserstrahlen aus einer Handpumpe ins Ziel bugsieren mussten.

Soviel Action macht hungrig und ordentlich Durst. Daher war das Saitenwürstle und die Brause nach einem spannenden Nachmittag hochwillkommen. Aber das Beste kam am Schluss. Jedes Kind wurde noch im Feuerwehrauto bis vor die Haustür gefahren. So ein tolles Ferienerlebnis gibt in keinem noch so fernen Land, sondern nur zu Hause. Aber auch für die Jugendfeuerwehr war diese Veranstaltung sicher eine gute Eigenwerbung, denn um den Nachwuchs kann man sich nicht früh genug kümmern.