Horb a. N.

Mehr als 100 Stunden Arbeit eingebracht

von Peter Morlok

Ein Sprichwort sagt zwar, dass man die Feste feiern soll, wie sie fallen, doch bis die sieben Recken um Eugen Straub vom Stammtisch "de ledschde Hogger 1983" ihr Brunnenfest feiern durften, mussten sie satte 25 Jahre warten.

Horb-Talheim. Am Sonntag war es endlich soweit. Der Brunnen und die gesamte Anlage darum herum, die von Egon Weber, Egon Straub, Egon Klink, Egon Zink, Wilfried Schlotter, Kurt Stäb und Eugen Straub gebaut und gepflegt wurde und wird, ist inzwischen 25 Jahre ein Bestandteil des Talheimer Ortsbildes.

Ein Jubiläum, zu dem sich auch Ortsvorsteher Anton Ade nicht zweimal bitten ließ und den Initiatoren ein Fass Bier spendierte. "Das Brunnenprojekt ist der einzige ehrenamtlich betreute Bau in Talheim, der vom ersten Tag bis heute von den gleichen Leuten betreut wird", hob Ade die besondere Leistung der Brunnenbauer hervor.

"Vor 25 Jahren wurde die Ortsdurchfahrt neu gerichtet, und in diesem Zuge musste der bestehende Brunnen in der Nagolder Straße weg. Die Gemeinde ging dann her und hat das Wasser dieses Brunnens mit einem Schlauch runter auf den Bruckwasenweg umgeleitet, wo es von dort aus in die Steinach floss", so der geschichtliche Hintergrund für den Brunnen, der nun seit rund 25 Jahre an gleicher Stelle plätschert.

Die sieben Herren vom Stammtisch waren sich schnell darüber einig, dass man mit dem Brunnenwasser mehr machen müsse, als es nur in den Bach zu leiten. Beim damaligen Ortsvorsteher Hans-Heinz Hötzel holten sie sich deshalb die Genehmigung für den Bau eines Brunnens mit Außenanlage ein.

Pragmatisches Vorgehen war notwendig

Und als diese da war, hieß es Ärmel hochkrempeln. Der Erfahrungsschatz vieler eigener Bauprojekte und die Ideen aus Besichtigungstouren zu ähnlichen Anlagen wurden genutzt. Auf die Frage, ob es da Baupläne oder gar Landschaftsgestaltungsvorschriften gab, konnte Eugen Straub nur den Kopf schütteln. "Ach was, wir haben den alten Hühnerstall, der an dieser Stelle stand, abgerissen, alles so gut es ging eben gemacht und dann mit dem Bau des Brunnens und wenig später mit der kleinen Schutzhütte begonnen", erinnerte sich der Boss vom Stammtisch. Man sei einfach pragmatisch vorgegangen. Und dass die Herren damit richtig lagen, das sah man beim Brunnenfest am Sonntag. Der Brunnen plätscherte fröhlich vor sich hin. Und die Anlage, die sie in den vergangenen Wochen zusammen mit ihren Frauen in mehr als 100 Arbeitsstunden auf Vordermann gebracht hatten, präsentierte sich tipp-top.

"De ledschde Hogger 1983" haben ihr selbst gestecktes Ziel – "es soll halt was gleichsehen" – voll erfüllt. Anhand alter Bilddokumente und Zeitungsausschnitten haben sie das Werk über die Jahre festgehalten. So konnten die Besucher, die teilweise noch keine 25 Jahre auf der Welt sind, das Geschehen rund um den Bau nachvollziehen.

"Gerade das Hüttle hat sich in all den Jahren als Treffpunkt für Jung und Alt mehr als bewährt", freute sich Straub, der wusste, dass auch Wanderer hier gerne Rast machen.

Nach dem gemeinsame Mittagessen gab es dann vor allem für die Kinder am Festsonntag noch ein spannendes Nachmittagsprogramm. Bei einem "Dohlenspaziergang" durften sie durch die Steinach waten und in die Dunkelheit der Dohlen, also der Tunnelröhren unter den Brücken, die den Bach überqueren, eintauchen. Auch ein Entchen-Rennen stand an. Und wer wollte, der konnte mit dem Schlauchboot ein wenig auf der Steinach spazieren fahren.

Die Talheimer verstehen es eben zu feiern, und wenn man schon 25 Jahre auf das erste Brunnenfest warten muss, dann lässt man es im Steinachtal richtig krachen.