Horb a. N.

Magerrasen-Vegetation kommt wieder zum Vorschein

von Schwarzwälder-Bote

Horb. Die Südhänge des Neckartals sind ein Teil des FFH-Gebietes Horber Neckarhänge. Auf dem kalkigen Boden wurden früher Weiden oder Wirtschaftsgärten betrieben, welche durch mühsame Arbeit die eigenen Versorgung mit Obst und Gemüse sicherte oder als Weide für Wanderschafe genutzt wurden.  Mit Besserung der Versorgungslage wurden die wenig ertragreichen Gebiete aufgelassen, in der Folge wucherte die Fläche mit einzelnen Bäumen und sehr dichtem Unterwuchs zu. Die Artenvielfalt nahm rapide ab, weil kein Licht mehr bis zum Boden drang. In den verbreiteten Schwarzdorn-Gebüschen fühlen sich außer Wildschweinen nur wenige Tiere heimisch.

Der Nabu Horb und auch andere Landschaftspfleger haben einige  Gebiete von der verwilderten Überwucherung befreit und durch kontinuierliche Pflege die ursprüngliche Magerrasen-Vegetation wieder zum Vorschein gebracht. Eindrücklich ist das direkt zu beobachten auf der Straße zwischen Horb und Mühlen. Oberhalb der Kläranlage ist schon seit Jahren ein Pflegegebiet des Nabu Horb, in dem mittlerweile die volle Vielfalt der Natur etabliert ist. Die Steilböschung direkt an der Straße wird seit drei Jahren von anderer Stelle freigehalten. Auch hier tauchen mittlerweile verschiedene Blüten auf.  Mit Schlüsselblume, Wiesensalbei, Leimkraut, verschiedenen Orchideen, Lichtnelke und jetzt im Herbst die Kalkaster oder Enzian  kommen auch zahlreiche Insekten, Kriechtiere und Vögel wieder in das Gebiet.

Am vergangenen Wochenende haben zehn Aktivisten des Nabu Horb die Fläche hinter dem Horber Judenfriedhof abgerecht, am kommenden Samstag ist die nächste Aktion angesetzt.

Treffpunkt ist wie gewohnt um 9 Uhr am Nabu-Haus in der Weingasse in Horb. Von dort aus geht es mit Privatfahrzeugen zum Klärwerk Horb. Arbeitsgerät und Verpflegung wird vom Nabu gestellt. Ortskundige können auch direkt zur Fläche fahren. Die Wendeplatte am Klärwerk sollte nicht als Parkplatz benutzt werden.