Horb a. N.

Kinder schnuppern in die Leichtathletik rein

von Katharina Schlotthauer

Ein wahrlich sportliches Programm absolvierten die 24 Kinder, die zum Leichtathletiktag des ASV Horb gekommen waren: Sieben Stunden lang, von 9 bis 16 Uhr übten sie sich im Horber Stadium im Laufen, Springen und Werfen.

Ho rb. Los ging es mit verschiedenen Wurfübungen, bei denen die Kinder grundlegende Techniken lernten. Die Disziplinen Diskus-, Hammer-, Speerwurf und Kugelstoßen probierten sie dabei aber nicht aus, das wäre für die 7 bis ­13-jährigen Anfänger zu gefährlich gewesen.

Dass die Kinder teils wenig Vorerfahrung mitbrachten, zeigte sich auch an der Hochsprungstation. In der Gruppe von Michael und Katja Heim, Abteilungsleiter und Kassenwärtin der Leichtathleten des ASV Horb, hatte nur eines von sechs Kindern schon einmal in der Schule Hochsprung betrieben. "Das liegt sicher auch am Alter der Kinder", gab Katja Heim zu bedenken. "In den weiterführenden Schulen wird mehr Leichtathletik gemacht als in der Grundschule. Aber insgesamt habe ich schon das Gefühl, dass Leichtathletik in der Schule nicht genug behandelt wird. Es ist eben einfacher, die Kinder Fußball spielen zu lassen."

Wie viele Sportarten kämpft auch die Leichtathletik mit Nachwuchsproblemen. Das Sommerferienprogramm, bei dem die Abteilung zum ersten Mal mitmacht, soll dem entgegenwirken. Michael Heim hofft: "Vielleicht bleibt uns das eine oder andere Kind und kommt ins Training". Die Kinder jedenfalls zeigten Interesse an dem für sie neuen Sport. Neugierig wollte ein Junge wissen, was denn der runde Käfig am Rande des Stadions sei. "Das ist der Diskusring", antwortete Katja Heim und erklärte ihm, wie diese Disziplin funktioniert. Auch praktisch zeigten die Jungathleten viel Begeisterung. Ein Junge war nur deswegen gekommen, weil seine Mutter ihn angemeldet hatte und wollte anfangs gar nicht bleiben. Schließlich habe er aber genauso gut mitgemacht wie alle anderen, berichtete Heim. Ein weiteres Indiz dafür, dass das Programm gut ankam: Bereits vor der Mittagspause hinkten die sieben Betreuer ihrem Zeitplan hinterher. Eigentlich waren für jede Station nur 15 Minuten vorgesehen, doch die Kinder konnten sich einfach nicht von den Übungen losreißen.

Am beliebtesten waren die Aktivitäten, bei denen gesprungen wurde. Neben Hochsprung waren Reifenhüpfen, Weitsprung und Hürdenlauf geboten. Der neunjährige Henry erzählte: "Hürdenlaufen hat mir am besten gefallen, weil man da laufen und springen gleichzeitig muss. Das ist gar nicht so einfach! Außerdem haben wir die Hürden in jeder Runde etwas höher gestellt". Nach der Mittagspause ging es mit Laufübungen weiter. Diese absolvierten die Kinder auf der neuen Laufbahn, die erst drei Wochen zuvor fertiggestellt worden war. Im Gegensatz zu der alten, die dem Verein zufolge am Ende in einem sehr schlechten Zustand gewesen ist, ist diese nun nicht mehr rot sondern leuchtend blau. "Richtig peppig, wie die Laufbahnen, die man im Fernsehen aus den großen Stadien kennt, zum Beispiel in Berlin", bemerkte Abteilungsleiter Heim stolz. Da das reguläre Training gerade ferienbedingt pausiert, waren die Schnupper-Leichtathleten sogar mit die Ersten, die neue Bahn benutzen.

Zur Krönung des Tages durften die Kinder bei einem Dreikampf zeigen, was sie gelernt hatten. In Sechser-Teams traten sie werfend, laufend und springend gegeneinander an. Anschließend bekam jedes Kind eine Urkunde.

Laut Michael Heim plant die Leichtathletik-Abteilung, sich im nächsten Jahr wieder am Ferienprogramm zu beteiligen. Kinder, die nicht so lange warten möchten, können ab sechs Jahren zu den Trainingszeiten, montags und donnerstags 18 bis 20 Uhr, im Stadion vorbeikommen.