Horb a. N.

Idee entstand aus einer "Bierlaune" heraus

von Lena Straub

Älteren Horbern ist er vielleicht ein Begriff: "der Antoniusplatz." Zwischen den Gebäuden 17 und 19 in der Schillerstraße, die der Volksbank gehören, liegt der Platz und wird vor allem als Parkplatz, aber auch als Durchgang zum Neckaruferweg genutzt.

H orb. Doch erst seit dem gestrigen Freitag hat er die offizielle Bezeichnung Antoniusplatz. Dann wurde nämlich die Gedenktafel von Volksbank, Stadt und den Kindern der beiden Antons – nach denen der Platz benannt ist – eingeweiht. Bei den Antons handelt es sich um Anton Raible, der Hotelier in der Schillerstraße war, und Anton Straub, der gegenüber Bankdirektor (25 Jahre) war. Sie pflegten eine freundschaftliche Beziehung, erzählte Heinrich Raible, der nicht nur in seiner Position als stellvertretender Vorsitzender des Kultur- und Museumsvereins bestens Bescheid wusste, sondern auch als Sohn von Anton Raible. Ebenso waren seine beiden Schwestern vor Ort, Sybille König und Ricarda Milles. Mit Brigitte Ruggaber und Ursel Haug-Straub waren auch zwei Töchter von Anton Straub gekommen.

Vorstandsmitglied der Volksbank, Dieter Walz, erklärte, er habe gehört, dass die Idee des Antoniusplatzes damals aus einer "Bierlaune" heraus entstanden sei. Raible fügte an, dass es eine Nacht zum 1. Mai war, als sein Vater mit Kreide in großen Lettern "Antonius­platz" auf die damals dort stehende Sandsteinbrüstung schrieb. Später wurden auch Schilder am Platz angebracht, doch bei Sanierungsarbeiten wieder entfernt. So war der Platz bereits früher unter dem Namen bekannt. Zur Erinnerung an die beiden Persönlichkeiten Horbs, wurde nun eine Erinnerungstafel aufgestellt.

Angeregt worden war die neuerliche Namensgebung von Frank Prußeit von der Volksbank und Heinrich Raible – "vielleicht wieder aus einer Bierlaune heraus", wie Walz schmunzelnd erwähnte. Prußeit hatte Raible bei einer Nachtwächterführung auf den Antoniusplatz angesprochen. "Wer Heiner Raible kennt, der weiß, dass er bei solchen Sachen gleich Feuer fängt und Ideen entwickelt", erklärte Walz in der Feierstunde.

Großes Interesse hatte diese Einweihung auch bei Oberbürgermeister Rosenberger hervorgerufen. "Als ich die Nachricht bekommen habe, musste ich erstmal nachfragen: ›Wo ist denn unser Antoniusplatz?‹." Das habe bei der Stadt auch keiner so genau gewusst. Zwar habe die Stadt da wenig zu entscheiden gehabt, da es sich bei dem Platz um ein Privatgrundstücke handelt, doch freue er sich trotzdem, dass die Volksbank ihn miteinbezogen hatte. Auch, dass die Volksbank sich hier nicht abschotte und einen schönen, für die Öffentlichkeit zugänglichen Platz geschaffen habe, sei eine gute Nachricht.

Zum Ende der Veranstaltung verweilten die Straubs und Raibles noch im ehemaligen Hotel, was nun der Volksbank gehört, und genossen die "Familienzusammenführung".